17. March 2016 Drucken Empfehlen
Buch-Tipps
Rezept-Trainer 1

Übung für die Praxis – auf den Punkt gebracht

Während des Studiums staut ein Pharmaziestudent so viel Wissen an, dass man meinen könnte, mit Beginn des Praktischen Jahres brechen alle Dämme, und die große Informationsflut bahnt sich wie von selbst ihren Weg zu den jeweiligen Kunden. 

Rezept-Trainer 1

Rezept-Trainer 1

Tatsächlich fällt es aber vielen schwer, in der eigenen Wissensflut nicht unterzugehen und wichtige Informationen wirklich zielgerichtet und verständlich an die unterschiedlichen Zielgruppen zu bringen. Hinzu kommt, dass man sich zu Studienzeiten mit einigen Themen so gut wie gar nicht auseinandergesetzt hat: Ist das Rezept formal richtig und darf man es so beliefern? Was gibt es überhaupt für verschiedene Rezeptformulare und wie sehen sie aus? Das kann man in vielen verschiedenen Quellen zwar nachlesen. Ein echtes Rezept hält man jedoch meist erst in den Händen, wenn der erste Kunde vor einem steht – und dann gilt es, die wesentlichen Informationen gebündelt und schnell bereitzustellen.

Schnelle Hilfe

Mit dem Rezept-Trainer 1 im Karteikarten-Format, der im vergangenen Jahr in der zweiten Auflage erschienen ist, kann man typische Situationen in der Rezeptbelieferung üben. Er ersetzt sicherlich kein Lehrbuch – was aber auch nicht gewollt ist. Vielmehr erzeugt er Querverknüpfungen und betont praxisrelevante Informationen für die Beratung in der Apotheke, die im Fließtext eines Lehrbuches schnell mal untergehen können.

Organisationstalent

Der Rezept-Trainer 1 ist als Karteikasten organisiert, und die 150 Rezepte sind wie Buchseiten nummeriert und thematisch sortiert. Ein Stichwortverzeichnis ermöglicht die gezielte Themensuche: Neben einzelnen Arzneistoffen finden sich auch allgemeinere Schlagworte wie „ätherische Öle“ oder „Infektion“ und Hilfsmittel wie „Butterfly-Verweilkanülen“ oder „Peak-Flow-Meter“. So kann man bei Bedarf gezielt einzelne Aspekte nachschlagen. Die Themen sind sehr vielfältig, dadurch erhält man einen guten Überblick. Dank der Struktur des Rezept-Trainers verliert man dabei aber keineswegs den Durchblick.

Gutes Training

Trotz der Auswahl an Themen wiederholen sich viele Aspekte, sodass der Rezept-Trainer 1 tatsächlich als „Training“ dient – ähnlich wie im Praktischen Jahr, in dem man immer mehr Routine gewinnt. Gleichzeitig bieten viele Details Ansatzpunkte zur Vertiefung und weiteren Recherche. Deshalb ist der Rezept-Trainer 1 gut geeignet, um das Praktische Jahr (PJ) vorzubereiten – allein schon, um sich einmal mit den Rezeptformularen und Formalien vertraut zu machen. Vieles erscheint anfangs vielleicht noch fremd, wird im Alltag aber sicher immer wieder auftauchen und somit eine gute Stütze sein. Aber auch für die Vorbereitung auf das dritte Staatsexamen eignen sich die Karten sehr gut. Denn nicht alle Themen kommen in jeder Apotheke gleich häufig vor, und je nach Kundenfrequenz hat man während des PJ unterschiedlich viel Zeit zum Nachschlagen oder Nachfragen.

Struktur des Rezept-Trainers

Anhand der aufklappbaren Rezepte lassen sich die formale Überprüfung und die Beratung üben. Sie sind in sechs Punkte untergliedert:

1)     Auf der Innenseite veranschaulichen Fallbeispiele die Abgabesituation: Es wird ein konkreter Kunde samt Alter und Verfassung vorgestellt.

2)     Mit der formalen Kontrolle trainiert man, auf die Arztunterschrift und weitere wichtige Aspekte zu achten. Dazu gehört beispielsweise auch der Blick auf die richtige Kennzeichnung von Packungsgrößen und ob das aut-idem-Kreuz gesetzt wurde.

3)     Wem es schwer fällt, ein Gespräch zu eröffnen, der kann die knappen Einstiegsfragen an den Kunden und Hinweise auf eventuelle Kommunikationshürden nutzen.

4)     Die Patientenberatung zur Verordnung wiederholt angenehm knapp und situationsbezogen die Wirkstoffklassen, Anwendungsgebiete und gebräuchliche Dosierungen zusammen mit den wichtigsten Hinweisen zu Nebenwirkungen und der korrekten Einnahme. Ein kurzer Kommentar erläutert die Besonderheiten der Verschreibung.

5)     Unter dem Punkt Vorsicht bei der Selbstmedikation wird gezielt auf problematisch wechselwirkende Medikamente hingewiesen, und konkrete Handlungsempfehlungen werden gegeben.

6)     Zu guter Letzt werden in den Zusatzempfehlungen Hinweise zu ergänzenden Therapiemöglichkeiten, nebenwirkungslindernden Mitteln und allgemeine Verhaltenstipps aufgeführt.

So erarbeitet man sich in kurzer Zeit auf einen Blick ein durchaus tiefergehendes Beratungsgespräch. Mit den Verordnungen vor Augen kann man alleine oder zu zweit einen konkreten Fall durchspielen und sofort im Anschluss überprüfen, ob man an alles gedacht hat. Der Rezept-Trainer 1 hilft dabei, aus der Flut an Wissen aus dem Studium die praxisrelevanten Punkte herauszuarbeiten. Davon profitiert man nicht nur in der Vor- und Nachbereitung des PJ – sondern auch die Patienten in der Apotheke werden es einem danken.

Lennecke, Kirsten / Hagel, Kirsten / Hendschler, Stefanie
Rezept-Trainer
150 Doppelkarten zum Lernen und Beraten
2. Auflage / € 44,-
Deutscher Apotheker Verlag
Stuttgart 2015
ISBN 978-3-7692-5277-4

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Von Diana Moll,
Apothekerin in Stuttgart