17. March 2016 Drucken Empfehlen
Berufsstart
Apothekeninhaberin und Vorstandsmitglied des Apothekerverbandes Brandenburg

Tina Koch

Foto: AVB/Baumgart

Foto: AVB/Baumgart

An meiner Berufswahl ist meine Chemie-Lehrerin aus der neunten Klasse nicht ganz unschuldig. Ihr Unterricht schuf die Grundlage für mein Interesse an der Chemie, was mich letztlich zur Pharmazie führte. Mein Studium absolvierte ich an der Freien Universität in Berlin, und ich erinnere mich gut, wie anspruchsvoll und durchaus arbeitsintensiv dieses Studium sein kann; allerdings bietet es auch den Grundstoff für viele verantwortungsvolle Tätigkeiten.

Mein Berufsleben führte mich nach der Approbation als angestellte Apothekerin in eine öffentliche Apotheke. Für mich der ideale Ort, meinen Wunsch, mit Menschen zusammenzuarbeiten, mit dem zu verbinden, was ich im Studium erlernt habe.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich natürlich nicht, dass sich mir kaum vier Jahre später die Gelegenheit bieten würde, die Apotheke zu übernehmen. Eine große Herausforderung und Aufgabe, denn etwa zeitgleich zur Übernahme 2012 schloss ich auch meine Weiterbildung zur Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie ab.

Als frischgebackene Apothekeninhaberin entschloss ich mich, der Interessensvereinigung selbstständiger Apotheker beizutreten, und wurde Mitglied beim Apothekerverband Brandenburg (AVB). Im Vorfeld der anstehenden Vorstandswahl 2013 kamen Verbandsvertreter auf mich zu und fragten, ob ich bereit wäre, bei der anstehenden Vorstandswahl zu kandidieren. Kurzentschlossen stimmte ich dem zu – diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut! Im Gegenteil  – berufsständische Interessensvertretung sowohl auf politischer als auch auf der gesamten Ebene des Gesundheitswesens, mit seinen vielen unterschiedlichen Akteuren, ist wichtig für die Zukunftsgestaltung der öffentlichen Apotheke. Dabei bildet ein besonderer Schwerpunkt die Wahrung und Stärkung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Apotheken.

Zu meinen Vorstandsaufgaben gehören Verhandlungen mit Krankenkassen, wie z.B. ein erst kürzlich mit der AOK Nordost, der Barmer GEK und der KV Brandenburg vereinbartes Pilotprojekt „Polypharmazie“, mit bezahlter Beteiligung der Apotheker bei Medikationsanalyse und -plan, ebenso wie die Betreuung von Selbsthilfegruppen im Land Brandenburg und der Austausch mit anderen Beauftragten der Landesapothekerverbände auf DAV-Bundesebene.

Die Selbstständigkeit und auch die Verbandsarbeit haben mir jedenfalls deutlich gemacht, dass Selbstständigkeit Verantwortung und Engagement braucht, aber auch viele Möglichkeiten und Gestaltungsspielraum bietet.