Gemeinsam am Patienten – gemeinsam lernen
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17. March 2016 Drucken Empfehlen
Studium
BPhD-Jahresthema 2016

Gemeinsam am Patienten – gemeinsam lernen

Seit einigen Jahren besuchen Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD e.V.) regelmäßig Mitgliederversammlungen anderer Vereine oder Verbände des Gesundheitsbereiches, um den Kontakt aufzubauen, zu pflegen, die Kommunikation zu stärken und schlussendlich eine Vernetzung zwischen den verschiedenen Gesundheitsberuflern zu stärken.

Auch die Mitglieder des BPhD sahen die Notwendigkeit, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, vor allem zwischen Ärzten und Apothekern, zu intensivieren, und verabschiedeten auf der 116. Bundesverbandstagung (BVT) in Düsseldorf im Juni 2014 ein Meinungspapier mit genau dieser Zielsetzung. Man sieht darin die Chance und die Möglichkeit, schon während des Studiums durch gemeinsame Vorlesungen und Seminare – aber auch durch gemeinsam organisierte Tagungen, Workshops und Gesundheitskampagnen – das Kennenlernen der heilberuflichen Ausbildungen und der Kompetenzen der jeweiligen Berufsstände zu fördern und somit ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Das große Ziel dieser interdisziplinären Zusammenarbeit, beginnend mit dem Studium bis hin in das spätere aktive Berufsleben, war und ist es, die Patienten in den Mittelpunkt zu rücken und ihnen dadurch eine optimale Therapie zukommen zu lassen.

Reger Austausch in 2015

Im Laufe des letzten Jahres nahm der BPhD-Vorstand verstärkt an Mitgliederversammlungen oder Veranstaltungen anderer Vereine oder Verbände verschiedener Gesundheitsberufe teil. So besuchten Vorstandsmitglieder nicht nur die Mitgliederversammlungen der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) und der Interessenvertretung der Sanitätsoffiziere auf Zeit und der Sanitätsoffizieranwärter (SanOA e.V.), sondern auch Fortbildungsveranstaltungen der bvmd und hielten einen gemeinsam organisierten Workshop auf dem Pre-WorldHealthSummit in Berlin ab. Im Gegenzug durfte der BPhD Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes der Veterinärmedizinstudierenden Deutschland (bvvd e.V.) auf der 119. BVT in Münster begrüßen und hatte den Präsidenten der bvmd auf dem Vorstandstreffen in Frankfurt zu Gast.
Die Gründung der bisher vorstandsinternen InterAG im vergangenen Sommer war in diesem Zusammenhang ein längst überfälliger Schritt. Die AG beschäftigt sich damit, die Kommunikation und den Kontakt mit anderen Studierendenverbänden des Gesundheitssektors auszubauen, Ideen und mögliche Umsetzungen für eine intensivere Zusammenarbeit zu entwickeln und Meinungspapiere zu diesen Themen zu verfassen. So wurde auch ein erster Entwurf des Meinungspapiers „Intensivierung der Zusammenarbeit von Studierenden der Gesundheitsberufe“ von der InterAG auf der 119. Bundesverbandstagung in Münster im November 2015 vorgestellt, über den die Mitglieder des BPhD abstimmen. All dies führte dazu, dass sich der Vorstand auf dem letzten persönlichen Vorstandstreffen in Frankfurt schnell für das Jahresthema 2016 entschied: „Gemeinsam am Patienten – gemeinsam lernen“.

Interdisziplinärer Kontakt im Fokus

In den nächsten Monaten wird der BPhD sich darum bemühen, auf das durch die berufspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre entstandene, noch nicht genutzte Potenzial zur intensiveren interdisziplinären Zusammenarbeit aufmerksam zu machen und geeignete Konzepte zu entwickeln. Hierbei sind als Entwicklungen vor allem das Perspektivpapier der ABDA und das jüngst verabschiedete E-Health-Gesetz zu nennen, welche die Interdisziplinarität sowohl in der Standespolitik als auch bereits an den Universitäten erhöhen können. Zunächst werden die angestrebte Verabschiedung des BPhD-Meinungspapiers und dessen nachfolgende Veröffentlichung im Fokus der InterAG stehen. Auch die Bestrebungen eines regelmäßigen Kontaktes der studentischen Vertretungen untereinander sollen stärker forciert werden. Dafür soll eine Kommunikationsstruktur geschaffen werden, die es ermöglicht, den gemeinsamen Austausch so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus ist ein erstes persönliches Treffen der Vorstandsmitglieder der verschiedenen Vereine in Planung.

Viele Aktionen in 2016

Um die verschiedenen Studiengänge des Gesundheitsbereiches besser kennenzulernen, die Studierenden auf gemeinsame Schnittstellen aufmerksam zu machen und die jeweiligen Kompetenzen zu erkennen und anzuerkennen, werden die Vereine und Verbände der gesundheitlich-medizinischen Studiengänge zu den Bundesverbandstagungen des BPhD eingeladen, um sich vorzustellen und natürlich, damit man gemeinsam ins Gespräch kommt.
Aber nicht nur die BVTs, sondern auch das im Juni in Hamburg stattfindende PharmaWeekend sollen die Vernetzung der Gesundheitsberufe, aber auch die der Pharmazeuten auf europäischer Ebene verstärken und somit den Blick über den Tellerrand ermöglichen.
Damit neben der Zusammenarbeit auf bundesweiter Ebene auch diejenige auf lokaler Ebene verstärkt wird, sollen Projekte und Gesundheitskampagnen, wie der Welt-Aids-Tag, das Teddybärkrankenhaus und der Vampire Cup, gemeinsam organisiert und veranstaltet werden. Daneben sollte natürlich auch die gemeinsame Ausbildung nicht zu kurz kommen: Gerade im Bereich der Pharmakologie wären gemeinsame Seminare mit Medizinstudierenden denkbar.
Also, lasst uns gemeinsam im Sinne des BPhD-Jahresthemas 2016 „Gemeinsam am Patienten – gemeinsam lernen“ zusammen mit- und voneinander lernen und uns für eine Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten stark machen!

Von Nadin Kersten,
Schatzmeisterin des BPhD