5. March 2015 Drucken Empfehlen
Hochschulpolitik
BPhD e.V.

Der Schubladenzieher – ein Satireblog

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“. Seit mehr als 20 Jahren steht dieser Satz in den Packungsbeilagen von Medikamenten. Somit soll der Apotheker als Fachmann für Arzneimittel den Verbraucher über Wechselwirkungen der Stoffe mit dem menschlichen Organismus aufklären. Er ist sowohl Ansprechpartner für gesundheitliche Probleme, als auch Berater, der sein Wissen aus Studium und Fortbildungen mit den Patienten in der Apotheke teilt.

Heutzutage jedoch häufen sich Informationen über Krankheiten und deren Behandlungsmöglichkeiten im Internet. Auch die Medien berichten in ihren Reportagen und Dokumentationen über ebendiese Themen. Dadurch entsteht zum Teil ein großes Sammelsurium an Informationen, die von Verbrauchern missverstanden werden können. Die Missverständnisse können so weit gehen, dass Arzneimittelwirkungen – ungeachtet der individuellen Medikation – generalisiert werden oder der Kauf eines Arzneimittels von der Marketingstrategie einer Firma beeinflusst wird. Aussagen wie „Ich hätte gerne das aus der Werbung“ oder „Ich habe aber im Internet gelesen, dass …“ sind in Apotheken keine Seltenheit mehr. Um diese Unklarheiten zu bereinigen, hat der ehemalige Beauftragte für Internet und Presse des BPhD, Sascha Manier, vor einem guten Jahr den Satireblog namens „Der Schubladenzieher“ ins Leben gerufen. Dort werden missverständliche Aspekte aus Artikeln im Internet und anderen Medienbeiträgen aufgegriffen und richtiggestellt. Das soll den Lesern ins Gedächtnis rufen, dass Apotheker, fernab des Klischees, geldgierig und eben ein „Schubladenzieher“ zu sein, ein Heilberufler und studierter Fachmann für Arzneimittel ist.

Internet vs. Fachkräfte

So geht es in dem Blogeintrag „Mein Beruf? Suchmaschine!“ darum, dass – nicht nur von Apothekern, sondern auch von anderen Berufen – erwartet wird, eine Alternative oder eine bessere Version einer Suchmaschine zum jeweiligen Fachgebiet zu sein. Der Mangel an Kommunikation führt zu einer Degradierung der einzelnen Professionen, sodass das Internet als Informationsquelle scheinbar immer mehr in den Vordergrund rückt. In dem Beitrag wird jedoch deutlich, dass die Suchmaschine lediglich Antworten gibt und keine beratende Funktion enthält. Essenzielle Erklärungen können eben nur Fachkräfte geben.

Zeichnung: Stefanie Bus

Zeichnung: Stefanie Bus

Texte und Karikaturen

Der Schubladenzieher beinhaltet nicht nur Texte – bei denen übrigens auch BPhD-Präsidentin Franziska Möllers als Autorin mitwirkt – sondern auch Karikaturen von der BPhD-Generalsekretärin Stefanie Bus. Dort wird der Kampf gegen Kopfschmerzen und die Vielseitigkeit der apothekerlichen Kompetenzen künstlerisch hervorgehoben. Es werden in Zukunft sicher noch viele Beiträge hinzukommen, denn jeden Tag könnten Artikel erscheinen, die ins rechte Licht zu rücken sind. Dann wird das Autoren-Team des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden bereit sein.

Von Stephan Tang,
Beauftragter für Internet und Presse beim BPhD

Den Schubladenzieher findet ihr auf www.bphd.de.