„WOHNEN FÜR HILFE”: DIE ETWAS ANDERE WG
Foto: Studentenwerk Schleswig-Holstein
27. March 2014 Drucken Empfehlen
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ZIMMER GESUCHT?

„WOHNEN FÜR HILFE”: DIE ETWAS ANDERE WG

Häufig müssen frischgebackene Studenten von zu Hause wegziehen und eine neue Bleibe in einer fremden Stadt suchen. Die theoretischen Wohnmöglichkeiten sind hier groß: Von klassischen Wohnungen, Ein-Zimmer-Appartements, WG-Zimmern bis hin zu einem Zimmer im Studentenwohnheim ist alles dabei. Wo man letztendlich wohnt, hängt nicht nur von den eigenen Vorlieben oder dem Geldbeutel ab, sondern auch von der Verfügbarkeit.

In vielen Universitätsstädten herrscht Wohnraummangel, insbesondere zu Semesterbeginn und gerade im studentenfreundlichen Preissegment. Was tun, wenn man nur eine überteuerte Wohnung als Option hat – oder sogar gar keine? Die Initiative „Wohnen für Hilfe”, die in 24 Städten aktiv ist, könnte bei diesem Problem helfen. Das Konzept: Studierenden wird Wohnraum bei Personen vermittelt, die Unterstützung im Alltag brauchen. Die Studierenden zahlen keine oder nur eine geringe Miete und erbringen stattdessen Hilfsleistungen. Je nach Bedarf kann im Haushalt oder Garten geholfen oder der Einkauf erledigt werden. Besteht der Wunsch nach Gesellschaft und Gesprächen, zählen auch gemeinsame Spaziergänge oder Unternehmungen als Hilfe.

HILFE FÜR SENIOREN, FAMILIEN ODER EINRICHTUNGEN

Die Unterstützung kann dazu beitragen, dass ältere oder alleinstehende Menschen selbstständig in vertrauter Umgebung wohnen bleiben können. Aber nicht nur ältere Personen profitieren von einer helfenden Hand im Alltag; das Projekt richtet sich auch an Familien und Einrichtungen. Neben der Hilfe im Haushalt, die die Familie entlastet, können die Hausaufgaben betreut oder die Kinder beaufsichtigt werden. Ebenso gibt es immer wieder Einrichtungen, die auf helfende Hände angewiesen sind. Meist wird vereinbart, dass der „Mieter” pro Quadratmeter bezogenen Wohnraum eine Stunde Hilfe im Monat leistet. Hinzu kommen eventuell die anteiligen Nebenkosten für Strom, Wasser und Heizung.

ÄHNLICHE INTERESSEN ENTSCHEIDEND

„Wohnen für Hilfe” wird auch an zwölf Pharmaziestandorten angeboten. In Kiel beispielsweise kümmert sich das Studentenwerk Schleswig-Holstein mit der Aktion Wohnen für Hilfe „Hand gegen Koje an Land” um die Wohnungsnöte der Studierenden. Wohnraumsuchende wie auch Einwohner, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen, melden sich dort und füllen einen Fragebogen mit ihren Gewohnheiten und Interessen aus. Der zur Verfügung stehende Wohnraum wird von den Mitarbeitern des Studentenwerks begutachtet. Anhand des Fragebogens werden passende Partner ermittelt und der Studierende erhält Name und Telefonnummer von einem oder mehreren „Vermietern”. Nachdem sich beide Parteien kennengelernt haben und sich sympathisch sind, wird ein Mietvertrag abgeschlossen. Der Besuch und der Vertragsabschluss können auf Wunsch von der Wohnheimverwaltung begleitet werden. Bei Fragen oder Problemen steht die Wohnheimverwaltung auch nach der Vermittlung zur Verfügung.

SOZIAL UND WIRTSCHAFTLICH ÜBERZEUGEND

Die Studierenden, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation auf preiswerten Wohnraum angewiesen sind, profitieren von den günstigen Konditionen – und tun ganz nebenbei etwas Gutes.

Folgende Pharmaziestandorte bieten das Projekt „Wohnen für Hilfe” an:
Düsseldorf     Erlangen-Nürnberg Freiburg        Frankfurt
Jena              Kiel
Marburg        München
Münster        Saarbrücken
Tübingen      Würzburg
Weitere Informationen findet ihr auf www.wohnenfuerhilfe.info

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