27. March 2014 Drucken Empfehlen
Pharma­zeutische Karrieren
SEBASTIAN WOLFF

VERTRETUNGSAPOTHEKER

Sebastian Wolff (Foto: DAZ/Schelbert)

Sebastian Wolff (Foto: DAZ/Schelbert)

Die Entscheidung, Pharmazie zu studieren, war zugegebenermaßen sehr spontan – aber ich habe sie nie bereut. Gerade das Hauptstudium fand ich total spannend und faszinierend. Durch meine Arbeit in der Fachschaft der Uni Frankfurt kannte ich bereits eine Agentur, die Vertretungsapotheker vermittelt und fing dort direkt nach dem Studium an. Nach neun Monaten versuchte ich es auf eigene Faust – der Gedanke der Eigenverantwortlichkeit reizte mich. Mithilfe eines Steuerberaters klärte ich alle finanzrechtlichen Fragen und dann ging´s im Mai 2011 los. Meine in der Agentur gesammelten Erfahrungen waren sehr hilfreich. Neben der fachlichen Kompetenz, die man durch den häufigen Wechsel und die ständig neuen Situationen fast zwangsläufig erlernt, kannte ich auch unterschiedliche Kassensysteme, Apothekenkunden und verschiedene Arbeitsweisen.

Mittlerweile habe ich mir ein großes Netzwerk aufgebaut, sodass ich viele Aufträge durch Empfehlungen bekomme. Die Nachfrage ist sehr groß, daher beschränke ich mich zum einen auf Frankfurt und Umgebung, zum anderen suche ich mir die Aufträge genau aus. Meine Einsätze dauern von ein paar Tagen bis hin zu ein paar Monaten. Mal geht der Chef in Urlaub oder jemand ist krank, häufig werde ich aber auch zusätzlich zum Personal gebucht. Der Job begeistert mich jeden Tag aufs Neue, weil er so abwechslungsreich ist. Man lernt Vieles in kurzer Zeit, sei es fachlich oder menschlich. Manche Situationen sind vielleicht knifflig, aber sie bringen einen beruflich weiter und man merkt: Apotheke ist nicht gleich Apotheke.

Mal kenne ich die Apotheke bereits und alles ist vertraut, mal schaue ich morgens aber auch hektisch in meinen Kalender und finde den Weg zur Apotheke nicht auf Anhieb. Dort angekommen weiß das Team nichts von einer Vertretung und die Kunden murren „Schon wieder ein neues Gesicht…” Aber mit der Zeit hat man auch in solchen Situationen immer die passende Antwort parat und die Abwechslung, Herausforderung und der Spaß stehen definitiv im Vordergrund! Da ich sehr offen und kommunikativ bin, bleibt mein Gesicht nicht nur den Kunden im Gedächtnis, sondern auch den Pharmavertretern. Die schauen manchmal nicht schlecht, wenn sie mich zwei Wochen später in einer 70 Kilometer entfernten Apotheke wiedersehen.