16. September 2014 Drucken Empfehlen
Allgemein
OPTIMIERTE BEHANDLUNGSSTRATEGIEN

ROSE / FRIEDLAND: ANGEWANDTE PHARMAKOTHERAPIE

„Medikationsanalyse“, „Medikationsmanagement“, „Arzneimitteltherapiesicherheit“: Eine ganze Reihe neuer, kompliziert klingender Begriffe bewegt die Apothekenwelt. Die Tätigkeit der Apotheker – ob in der öffentlichen Apotheke oder im Krankenhaus – steht vor großen Veränderungen. Wohin wird die Reise gehen?

Die Apotheker von morgen sehen ihre Aufgabe nicht mehr nur in der Sicherstellung der Arzneimitteldistribution. Sie sind vielmehr Akteure in der gesamten Behandlung der Patienten! Sie begleiten das ganze Spektrum von der Schulung anderer Gesundheitsberufe bis zur Betreuung der Patienten am Krankenbett. Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Apotheker weltweit bereits heute vielfach ohne Medikamentenpackung in der Hand, sondern durch reine Wissensvermittlung tätig sind.

Rose/Friedland Angewandte Pharmakotherapie ISBN: 978-3-8047-3171-4 € 68,80, bis 31.1.2015 gilt ein Subskriptionspreis von € 55,- Erscheint im November

Die Pharmakotherapie nimmt in vielen Ländern dieser Welt den Großteil des Pharmaziestudiums ein. Sie vermittelt, wo therapeutische Lösungen für Krankheiten ansetzen, welche Aspekte einer Leitlinie beachtet werden müssen, wie sie umgesetzt werden und was die evidenzbasierte Pharmazie ausmacht. In Krankenhausapotheken sind Apotheker auch in Deutschland schon jetzt vermehrt auf Stationen eingebunden. Sie beraten dort in einem Gesundheitsteam Stationsärzte, besuchen Patienten am Krankenhausbett, sind bei der Aufnahmeuntersuchung oder Entlassung dabei und halten in einigen Kliniken sogar eigene Patienten-Sprechstunden ab. Auch in den öffentlichen Apotheken wenden sich die Apotheker mehr und mehr der Patientenbetreuung zu. Selbst Industrieapotheker benötigen heutzutage oft klinisches Wissen, um bei der Studienplanung, der Zulassung oder beim Projektmanagement mitreden zu können. Es ist häufig sogar ihr entscheidendes Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Naturwissenschaftlern, dass sie hier über weitergehendes Wissen verfügen.

DIE STUDENTEN VON HEUTE SIND DIE EXPERTEN VON MORGEN!

Der Apothekerberuf steht vor einem epochalen Wandel, wie zuletzt vielleicht vor 100 Jahren bei der Einführung der industriellen Herstellung. Die Studenten von heute stellen sich der Herausforderung und beschäftigen sich fundiert mit der Klinischen Pharmazie. Schon jetzt ist die Pharmakotherapie Bestandteil des Lehrplans und findet im Rahmen des Fachs Klinische Pharmazie in den letzten Jahren zunehmend Berücksichtigung.
Während sich die meisten Ausbildungsapotheker in ihrem Studium intensiv mit der Pharmakologie auseinandergesetzt haben, geht die Pharmakotherapie heute noch einen Schritt weiter. Sie beschäftigt sich mit der klinischen Relevanz der Arzneistoffe in der Behandlung – und nicht schwerpunktmäßig mit Wirkmechanismen. Das Wissen um die Pharmakotherapie ermöglicht es, effektiver nach arzneimittelbezogenen Problemen zu suchen und die Gesamttherapie unter patientenindividuellen Gesichtspunkten zu beurteilen. Will man die Pharmakotherapie anwenden, sind zudem zusätzliche Kenntnisse der medizinischen Grundlagen erforderlich. Es werden keine Laborwerte behandelt, sondern die gesamte Erkrankung! So wird aus Arzneimittelsicherheit (AMS) dann Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

NEUES LEHRBUCH BIETET ORIENTIERUNG

Das Lehrbuch „Angewandte Pharmakotherapie“ strukturiert das Wissen zur Behandlung von insgesamt 40 wichtigen Indikationen. Jedes dieser Kapitel ist nach einem einheitlichen Schema in drei Abschnitte gegliedert und bietet so eine schnelle Orientierung:

Das Fundament. Grundlegend für die Behandlung und das Verständnis des Patienten ist die souveräne Einschätzung der Erkrankung, die im ersten Abschnitt thematisiert wird: Wer ist betroffen? Wie äußern sich die Beschwerden? Welche Parameter sind wichtig zur Einschätzung des Schweregrades oder für die Therapie? Nur mit diesem Wissen im Hinterkopf sind die in der Therapie erforderlichen medizinischen Entscheidungen und Fragestellungen nachvollziehbar.

Das Wissensgebäude. Zentraler Inhalt ist hier die angewandte Pharmakotherapie: Wie ist die generelle therapeutische Herangehensweise bei der betreffenden Krankheit? Welche Leitlinien sind relevant? Welche klinischen Probleme treten auf? Die Therapie wird hier nicht vom Medikament aus vermittelt, sondern vom klinischen und patientenorientierten Standpunkt. Wegweisende Studien finden ebenso Berücksichtigung wie etablierte Lehrmeinungen im jeweiligen Fachgebiet.

Das Material. Abschließend werden die Arzneistoffe anhand ihrer klinischen Relevanz bewertet und gewichtet. Dabei werden möglichst alle therapeutischen Fragen beantwortet. Im Kapitel Diabetes wird beispielsweise nicht nur beschrieben, wann und warum eine Therapie mit Insulin sinnvoll ist, sondern auch mit wie vielen Einheiten eingestellt und wie bei Problemen reagiert werden kann.

Jedes Kapitel vermittelt ein so tiefes Wissen, dass profunde Bewertungen abgegeben werden können. Auf diese Weise lassen sich Fragestellungen beantworten, die eine neue Generation von Pharmazeuten bei ihrer täglichen Arbeit beschäftigen werden, die eigentlich schon immer relevant waren, bislang aber oft unbeantwortet blieben.

UND DAS IST DAS ZIEL

In einer älter werdenden Gesellschaft steigt der Anteil multimorbider Patienten. Viele Senioren leiden an mehreren Erkrankungen gleichzeitig. Dank der Dokumentation über Kundenkarten können Apotheken die Medikation von der Selbstmedikation über die Verordnungen der einzelnen Fachärzte komplett überblicken. Die große Leistung besteht demnach darin, verschiedene Indikationen parallel zu beherrschen. Denn nur wer den Patienten in seiner Gesamtheit erfasst, wird auch zu seiner Therapieoptimierung beitragen können. Ein echtes Medikationsmanagement baut auf einer umfassenden Medikationsanalyse auf.
Oft sind es die Studenten und jungen Kollegen, die Veränderungen als erste fordern und anstoßen. Das im November erscheinende Lehrbuch „Angewandte Pharmakotherapie“ ist ein guter Begleiter für Studium und Praxis und wird zum Wohle der Patienten beitragen.

Von Olaf Rose,
Apotheker, PharmD

Folgende Spezialisten aus Praxis, Wissenschaft und Forschung tragen in diesem Lehrbuch ihr Wissen zusammen:
– Prof. Dr. Ralf Benndorf, Halle (Koronare Herzkrankheit)
– PD Dr. med. habil. Astrid Bertsche, Leipzig (Epilepsie)
– Prof. Dr. Thilo Bertsche, Leipzig (Schmerztherapie)
– PD Dr. med. David Czock, Heidelberg (Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz)
– Prof. Dr. Kristina Friedland, Erlangen (Unipolare Depression, Bipolare Störungen, Alzheimer Demenz, Schlafstörungen, Diabetes mellitus Typ 2)
– Dr. Martina Hahn, PharmD, Eltville (Arterielle Hypertonie)
– Prof. Dr. Georg Hempel, Münster (Leukämie, Sepsis)
– Martina Henrichsmann, Steinfurt (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
– Dr. Johanna Herbel, Berlin (Endometriose)
– Michael Höckel, Kassel (Kolorektales Karzinom)
– Dagmar Horn, Münster (Sepsis)
– Carina John, PharmD, Meerbusch (Gastroösophageale Refluxkrankheit)
– Dr. Isabel Justus, Bremen (Hormonelle Kontrazeptiva)
– Nico Kraft, Köln (HIV und Aids)
– Damaris Mertens-Keller, PharmD, Bensheim (multiple Sklerose)
– Martina Neininger, Leipzig (Epilepsie)
– Thi My Hanh Nguyen, Berlin (Schilddrüsenerkrankungen)
– Alina Pfeifer, Paderborn (Hormonersatztherapie)
– Jochen Pfeifer, PharmD, Velbert (Hepatitis C)
– Ina Richling, PharmD, Menden (Asthma, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Hyperurikämie und Gicht)
– Prof. Dr. Christoph Ritter, Greifswald (Brustkrebs)
– Prof. Dr. Jörg Ritter, Münster (Leukämie)
– Olaf Rose, PharmD, Münster (Herzinsuffizienz, Akutes Koronarsyndrom, Herzinfarkt, Schlaganfall, Dyslipidämie,    Hyperlipidämie, Mukoviszidose, Morbus Parkinson, Schizophrenie, Diabetes mellitus Typ 1)
– Susanne Schiek, Leipzig (Schmerztherapie)
– Karin Schmiedel, München (Diabetes mellitus Typ 2)
– Christian Schulz, Herford (Infektionen der Atemwege, Harnwegsinfekte, Hepatitis C)
– Dr. Oliver Schwalbe, Münster (Alzheimer Demenz)
– Cornelia Schweizer, Paderborn (Hormonersatztherapie)
– Dr. Hanna Seidling, Heidelberg (Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz)
– Erik Tenberken, Köln (HIV und Aids)
– Isabel Waltering, PharmD, Münster (Osteoporose, Rheumatoide Arthritis, Arthrose, Alzheimer-Demenz)Die Buchautoren wurden von weiteren herausragenden Experten unterstützt:
Dr. Dietmar Böcker, Dr. med. Angelika Dübbers, Dr. Dolf Hage, Prof. Dr. Thomas Liebig, Prof. Dr. David Maintz, Prof. Dr. Heymut Omran, Dr. med. Frank Richling, Prof. Dr. Heinz Wiendl