27. March 2014 Drucken Empfehlen
Pharma­zeutische Karrieren
ANDREA BEST

REFERENTIN IM ARZNEI-UND HILFSMITTELBEREICH, ABTEILUNG VERTRAGSMANAGEMENT BEI DER R+V BETRIEBSKRANKENKASSE

Foto: Andrea Best

Foto: Andrea Best

Mein naturwissenschaftliches Interesse sowie die Anregung eines Bekannten brachten mich damals auf die Idee, Pharmazie zu studieren. Nach meinem Studium in Mainz arbeitete ich vier Jahre lang in öffentlichen Apotheken. Anschließend machte ich einen kurzen Ausflug in die PR-Welt – dort schrieb ich Texte im pharmazeutischen Bereich. Zurück in der Apotheke brachte mich eine Freundin auf die Idee, mich bei der R+V Betriebskrankenkasse zu bewerben. Das ist jetzt fast zehn Jahre her und war eine gute Entscheidung, denn bei der Krankenkasse zu arbeiten ist nicht so trocken, wie es sich manch einer vielleicht vorstellt. Ich bin hier die einzige Apothekerin und die Arbeit ist durch unterschiedliche Aufgaben recht abwechslungsreich und interessant.

Ich bin Ansprechpartnerin für unsere Kundenberater und unterstütze sie z.B. bei der Frage, unter welcher Voraussetzung ein bestimmtes Arzneimittel oder Medizinprodukt verordnungsfähig ist. Aber auch bei Themen rund um Zuzahlungen, Rabattvertragspartner und Indikationen verschiedener Arzneimittel bin ich gefragt. Des Weiteren führe ich Schulungen für unsere Kundenberater durch und stelle Ihnen Musterbriefe für den Kundenkontakt zur Verfügung. Ein großes Arbeitsgebiet sind die Arzneimittelrabattverträge mit den pharmazeutischen Unternehmen. Hierbei bin ich mit einem externen Dienstleister in engem Kontakt, der für uns und andere Betriebskrankenkassen (BKK) die Verträge abschließt. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe legen wir gemeinsam fest, bei welchen Wirkstoffen ein Rabattvertrag sinnvoll erscheint. Hierüber informieren wir die anderen Betriebskrankenkassen und empfehlen eine Teilnahme an Verträgen oder raten davon ab. Die abgeschlossenen Verträge werden dann an die ABDATA gemeldet, damit die Rabattarzneimittel auch in der Apothekensoftware erscheinen. Außerdem erarbeite und betreue ich noch im Zusammenschluss mit mehreren BKK die Hilfsmittelverträge für verschiedene Produktgruppen wie z.B. Inkontinenzartikel oder Inhalationsgeräte.

Mit dem Thema „off label use” habe ich auch des Öfteren zu tun, da es häufig Erkrankungen gibt, für die keine Arzneimittel zugelassen sind. Der behandelnde Arzt oder der Patient muss dann einen Antrag zur Kostenübernahme eines Arzneimittels stellen. Das Gesuch schicke ich zum medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK). Dieser gibt eine Empfehlung ab – und ich entscheide auf dieser Grundlage, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt