MORGENS LABORKITTEL, ABENDS FELDANZUG
Foto: Privat
27. March 2014 Drucken Empfehlen
Studium
PHARMAZIESTUDIUM BEI DER BUNDESWEHR

MORGENS LABORKITTEL, ABENDS FELDANZUG

Ist man erst einmal in der Oberstufe, kurz vor dem Abitur, so stellt sich irgendwann einmal die Frage „was macht man nun?” und vor allem „wie sieht es finanziell aus?” Dies führte eines Tages am Abendbrottisch zu einem Gespräch mit meinen Eltern. Von meinem Vater kam dann der Kommentar „Studiere doch über die Bundeswehr, dann bekommst du das Studium bezahlt!”

Als ob einem jemand Geld dafür geben würde, dass man studiert! Für mich klang das eher utopisch und nach einem Scherz. Also befragte ich das Internet und suchte nach Informationen zum Thema „Studium bei der Bundeswehr”. Von den Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und München, sowie zu den Studiengängen an zivilen Universitäten war alles zu finden.

KEIN HAKEN AN DER SACHE

Zuerst absolviert jeder Sanitätsoffiziersanwärter seine Grundausbildung. Anschließend wird der angehende Student von der Bundeswehr zum Studieren freigestellt und bekommt eine Ausbildungsvergütung. Diese richtet sich in etwa nach der Besoldung für den Dienstgrad, den man gerade hat. Nach dem Studium folgen dann Auslandseinsätze. Das hörte sich alles plausibel an, doch wo ist der Haken?? Ich konnte bisher nichts Abschreckendes finden! Um ganz sicher zu gehen, machte ich ein freiwilliges Truppenpraktikum beim Fallschirmjägerbatallion 263 in Zweibrücken. Dort sammelte ich viele positive Erfahrungen. Daraufhin reichte ich meine Bewerbung beim zuständigen Kreiswehrersatzamt (heute Karrierecenter der Bundeswehr) ein und bekam kurz darauf eine Einladung von der Offizierbewerberprüfzentrale (OPZ) in Köln, um erste Gespräche und den Einstellungstest zu absolvieren.

EINSTELLUNGSTESTS – GESPRÄCHE – MUSTERUNG

Nach der Ankunft in der OPZ ging es sofort mit der Einweisung und Fragebögen zur Person, zu Interessen und der Einstellung zur Bundeswehr los. Der Klassiker: „Warum wollen Sie zur Bundeswehr?” Abends war dann ein bisschen Zeit, die Stube einzuräumen und mit den Anderen ins Gespräch zu kommen. Am nächsten Tag ging es um 7 Uhr morgens mit Einstellungstests los und Gespräche mit einer Psychologin und die Musterung folgten. Abends hatten wir frei und es zog uns zum Kölner Dom und in die Altstadt. In einer lockeren Runde berichteten die am Prüfverfahren beteiligten Soldaten von ihren Erfahrungen aus Einsätzen und dem Leben als Soldat.

SPORT UND DISKUSSIONEN

Über Stock und Stein: Abwechslung in Grün. (Foto: Privat)

Über Stock und Stein: Abwechslung in Grün. (Foto: Privat)

Am nächsten Tag stand der Sporttest auf dem Dienstplan. Gefordert waren ein Cooper-Test (12-Minuten-Lauf) und ein Physical-Fitness-Test – dem heutigen Basic-Fitness-Test. Dabei wird an verschiedenen Stationen die körperliche Leistungsfähigkeit geprüft und bewertet. Nach der Bewegung folgten fachliche Diskussionen. Diese unterschieden sich je nach gewähltem Studiengang. In meinem Fall: Chemie oder Pharmazie. Das Spektrum reichte von Haber-Bosch-Verfahren über Photosynthese bis hin zu allgemeinen Fragen über Medikamente. Und dann hieß es warten. Schließlich wurde mein Name aufgerufen und ich betrat das Büro des Einplanungsoffiziers. Dieser gratulierte mir und drückte mir die ersehnte Urkunde in die Hand. Ich hatte den Eignungstest in der Offizierprüfzentrale bestanden!

JAWOHL UND NICHT OK!

Nachdem ich Post vom Einplanungsoffizier und aus Feldkirchen erhalten hatte, wo ich meine Allgemeine Grundausbildung (AGA) im Sanitätslehrregiment absolvieren sollte, ging es schon bald los. Die Tücken der Bahn blieben nicht aus, doch bald traf ich die ersten Kameraden im Zug und man kam ins Gespräch. Gemeinsam erreichten wir Straubing. Am Bahnhof wurden wir bereits von einem Bundeswehrbus erwartet. Das Gepäck wurde zügig verstaut und bevor wir uns versahen, standen wir vor unserer neuen Heimat für die nächsten drei Monate: die 6. Kompanie. In einem Unterrichtsraum wurden wir gesammelt und sollten warten. Nacheinander meldete sich dann jeder am entsprechenden Meldekopf: Unterlagen abgeben, erhalten und unterschreiben. Schmuck sei abzulegen und ein Lebenslauf anzufertigen. Mit einem „OK!” wollte ich zeigen, dass ich verstanden hatte und wurde gleich mit strengem Blick korrigiert: „Das heißt JAWOHL und nicht ok!” meinte der Stabsunteroffizier. „O…Jawohl!” erwiderte ich und brachte mein Gepäck in meine Stube, schrieb den Lebenslauf und betrachtete die kleine Vier-Mann-Stube. Ein Bett, ein Spind und ein Tisch. Alles da was man brauchte, wenn auch etwas spartanisch.

KEIN WUNSCHKONZERT

Dann folgten viele Unterrichtsstunden und weitere Einweisungen. Es wurde an den ersten Abenden sehr spät und der nächste Morgen schien immer früher zu beginnen. Wir wurden eingekleidet, erhielten einen Impfstatus inklusive neuem Impfbuch und lernten allmählich das Handwerkszeug eines Soldaten. Der Rhythmus der Fünf-Tage-Woche und des Pendelns am Wochenende nach Hause spielte sich schnell ein. Bald folgte der erste Geländetag. Dieser stand jedoch mehr unter dem Motto „Ich und die Ausrüstung”. Mit Helm, Koppel und Waffe bepackt auch noch mit Karte und Kompass zu arbeiten, das ist schon eine Sache für sich. Formaldienst, Unterrichte und Grußabnahme, sowie der erste scharfe Schuss gestalteten weiterhin unseren Alltag. Dennoch wurde es nie langweilig. Schließlich kam der zuständige Personalreferent zu Besuch und es stand die Studienplatzvergabe an. Dies führte je nach persönlicher Vorstellung zu Tränen oder fröhlichen Gesichtern. Hier lernten wir schnell, dass in unserem Beruf nicht alles nach Wunsch geht und dass auf einen Befehl Gehorsam folgt.

KAMERADSCHAFT

Man lernte die Kameradschaft kennen, zu schätzen und selbst zu leben! Besonders dieser Aspekt macht das Leben als Soldat angenehm. Kameradschaft ist etwas, was man draußen im Zivilen vergeblich sucht. Kameraden sind wir alle, egal ob sich ein Gefreiter oder ein General gegenüberstehen. Sie gilt dienstgradgruppen-übergreifend und ist als Dienstpflicht sogar im Soldatengesetz SG § 12 festgehalten. Unkameradschaftliches Verhalten stellt dementsprechend ein Vergehen dar.

VOM SANITÄTSSOLDAT ZUM GEFREITEN

In der Transall: Zum Abflug bereit. (Foto: Privat)

In der Transall: Zum Abflug bereit. (Foto: Privat)

Bei dem wöchentlichen Kompanieantreten gab der Kompaniechef einen Überblick über die vergangene und die anstehende Woche und verteilte Lob und Tadel. Es folgte die Ernennung zum Soldaten auf Zeit und wir erhielten unsere silbernen Litzen, das Erkennungsmerkmal für den Offizieranwärter. Von der Einweisung auf die Hindernisbahn bis zu diversen Besuchen durch Führungskräfte des Sanitätsdienstes war alles dabei. Wir gewöhnten uns an das regelmäßige Marschieren, das Waffenreinigen und die Stuben- und Spindkontrollen. Als das Ende der Grundausbildung immer näher rückte, stimmte es die Meisten eher traurig. Man hatte sich an den Rhythmus und die Ausbilder gewöhnt. Für viele von uns war hier eine Art zweite Heimat entstanden. Doch mit dem Bestehen der Allgemeinen Grundausbildung wurden wir zum Gefreiten befördert und es folgte das Studium.

SANITÄTSZENTRUM MÜLLHEIM

Nun trat jeder die Reise zur neuen Stammeinheit an. Da ich in Freiburg studieren sollte, war es für mich das Sanitätszentrum Müllheim. Ewas aufgeregt betrat ich durch die Wache die Kaserne und folgte der Wegbeschreibung, die ich erhalten hatte. Ein großes, gelbes Gebäude mit markant rotem Kreuz war dann auch gar nicht mehr zu übersehen. Ich betrat das Gebäude, grüßte die Feldwebel und erkundigte mich nach dem Leiter bzw. dem Spieß. Dann wurde ich an einen Stabsfeldwebel verwiesen, der dies vertretungsweise übernommen hatte. Ich erhielt alle wichtigen Informationen wie Telefonnummern, Email-Adressen und die Anschrift des Vertragsarztes in Freiburg. Grundsätzlich haben wir als Soldaten zu einem Truppenarzt zu gehen oder zu einem uns genannten Vertragsarzt, wenn es mal nicht möglich war, ins Sanitätszentrum zu kommen.

ODYSSEE IN FREIBURG

Der nächste Tag war geprägt von Wohnungsbesichtigungen. Auch da ging es drunter und drüber. Zum Teil wurde von Parkplatz, Kellernutzung über Fahrradabstellplatz alles berechnet und die Miete schoss plötzlich in ungeahnte Höhen. Da stellte sich eine helle geräumige Wohnung als Kellerloch heraus und bei der nächsten Wohnung wusste man immer, was es im darunter liegenden Restaurant zu Essen gab. Es war eine Odyssee! Doch dann hatte ich endlich Glück und eine frisch renovierte Wohnung „im Grünen” bei einer netten älteren Dame sollte für die nächsten Jahre während des Studiums als zweiter Wohnsitz dienen!

STUDIEREN – SCHIESSEN – MARSCHIEREN

Das Studium begann und schnell stellte sich der ganz normale Studentenalltag ein. Abgesehen davon, dass die Prüfungsergebnisse immer an den Disziplinarvorgesetzten und das Personalamt gemeldet werden müssen – was einen gewissen Leistungsdruck aufbaut – unterschied sich das Studium nicht von dem der zivilen Kommilitonen. Hinzu kamen jedoch einmal pro Semester die sogenannten „Semestertreffen” mit Chef und Spieß (Kompaniefeldwebel). Dabei erhielt man die Termine für das nächste halbe Jahr, es wurden Ankündigungen gemacht und über den Studienverlauf gesprochen. Da es in Freiburg nur sehr wenige Sanitätsoffizieranwärter (SanOA) gibt, war es eine gemütliche Runde in einem Restaurant, in dem dann gemeinsam gegessen wurde. Selbstverständlich gibt es dazu auch einen Befehl und Abwesenheit ist nur in dringendsten Fällen gestattet! Des Weiteren sind wir während unserer Beurlaubung zum Studium dazu verpflichtet, unsere Individuellen Grundfertigkeiten – kurz IGF – abzulegen. Das heißt: wir gehen schießen, marschieren, legen unser Deutsches Sportabzeichen und den Basis-Fitness-Test ab. Später sind diese IGF-Daten wichtig, wenn es um die Einplanung geht. Die Daten werden, wie unsere Studienleistung, bepunktet und im sogenannten Creditpointsystem (CPS) verrechnet. Je höher die Punktzahl, umso größer ist die Chance auf seinen Wunschstandort und Verwendung. Je nach Dienstgrad erhalten wir bereits von Zeitpunkt unseres Dienstantrittes an unser Gehalt bzw. eine Ausbildungsvergütung. Somit kann man sich ganz auf sein Studium konzentrieren, ohne sich mit Nebenjobs durchschlagen zu müssen.

OFFIZIERLEHRGANG AN DER SANITÄTSAKADEMIE

Vor dem 1. Staatsexamen hat jeder Sanitätsoffizieranwärter seinen Offizierlehrgang zu bestehen. Dieser findet an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München statt. In den vier Wochen wurden wir unter anderem auf den Gebieten der Menschenführung, der Materialbewirtschaftung sowie in Recht geschult. Am Ende gibt es Prüfungen, die benotet werden. Das Bestehen des Lehrganges ist Voraussetzung für die Beförderung zum Leutnant.

WENN ES DANN MAL DANEBEN GEHT

Dodentocht-Marsch in Belgien: Nurnoch 25 Kilometer bis zum Ziel. (Foto: Privat)

Dodentocht-Marsch in Belgien: Nurnoch 25 Kilometer bis zum Ziel. (Foto: Privat)

Sollte man doch einmal ein Semester wiederholen müssen, so gilt: MELDEN! Auch wenn es sich bereits erahnen lässt, sollte man es beim Betreuungsoffizier ansprechen. Bei einer Wiederholung müssen Anträge für die Genehmigung eines Zusatzsemesters gestellt werden. Dieses Zusatzsemester wird im CPS negativ bepunktet. Der Antrag wird nach Köln zum Bundesamt für Personalmanagement gesendet und beinhaltet eine Erklärung, wie es dazu kam, sowie eine Übersicht über den tatsächlichen Studienverlauf: Welche Prüfungen wurden wie oft wiederholt, welche Scheine hat man bereits erhalten, welche Konsequenzen hat das Zusatzsemester für den Studienverlauf und wie sind die Prognosen für den weiteren Verlauf. Dann schreibt der Disziplinarvorgesetzte noch eine Stellungnahme zur Person, sowie eine kurze Beurteilung. In Köln wird dann entschieden, ob das Zusatzsemester genehmigt wird, oder ob der SanOA die Bundeswehr verlassen muss. Im ersten Moment ist so ein Patzer im Studium natürlich der Weltuntergang. Man zweifelt an sich und seinen Fähigkeiten und versucht bei anderen SanOA dies eher zu verheimlichen. Aber „Nobody is perfect” und aufgrund diverser Gründe kann so etwas mal ganz schnell passieren. So lange es bei einem einzigen eigenverschuldeten Zusatzsemester bleibt, ist dies in der Regel auch kein Beinbruch. Organisatorisch bedingte Zusatzsemester sind jedoch davon ausgenommen. Darunter fallen fehlende Laborplätze oder die Tatsache, dass bestimmte Kurse nur im Winter- oder Sommersemester angeboten werden. Das Zusatzsemester wird einem dann nicht negativ angerechnet. Den „Jackpot” hat man natürlich gewonnen, wenn aufgrund eines eigenverschuldeten Zusatzsemesters ein organisatorisches folgt. Es folgt ein sogenanntes Leersemester. Dies soll zum Lernen genutzt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einige Truppenpraktika abzuleisten, um die Bundeswehr näher kennenzulernen. Schließlich haben wir außer der Grundausbildung bis zum Studium noch nicht viel von unserem Arbeitgeber gesehen.

TRUPPENPRAKTIKUM

Auch bei mir ging es mal daneben. Doch inzwischen bin ich sogar etwas froh, dass es passiert ist. So hatte ich die Möglichkeit, meinen Arbeitgeber besser kennenzulernen und in die verschiedensten Bereiche hineinzuschnuppern. Vom Praktikum im eigenen Sanitätszentrum, über Übungen in Baumholder bis hin zum ganz normalen Truppenalltag war alles dabei. Dies setzt natürlich auch etwas Eigeninitiative voraus. Solche Praktika sind jedoch auch möglich, wenn sich im Studium ein Zeitfenster von zwei bis vier Wochen ergibt, dass nicht mit Seminaren oder Kursen geblockt ist. Diese freiwilligen Praktika/Famulaturen werden ebenfalls positiv im CPS berücksichtigt.

FAMULATUREN UND PRAKTISCHES JAHR

Internationaler Militärwettkampf Mönchengladbach: Als gemischte Mannschaft profitiert man von dem unterschiedlichen Wissen. (Foto: Privat)

Internationaler Militärwettkampf Mönchengladbach: Als gemischte Mannschaft profitiert man von dem unterschiedlichen Wissen. (Foto: Privat)

 

Als unser Arbeitgeber verlangt die Bundeswehr, dass mindestens 50 Prozent der studienbezogenen Famulaturen sowie mindestens 50 Prozent des Praktischen Jahres (PJ) bei ihr abzuleisten sind. Zur Auswahl stehen die Bundeswehrapotheken in Koblenz, Ulm, Hamburg, Berlin und Wilhelmshaven, sowie die Zentralinstitute des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in München, Kiel und Koblenz. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit, in die Versorgungs- und Instandsetzungszentren zu gehen und dort in der Apotheke tätig zu sein. Im praktischen Jahr ist auch die Anfertigung einer Diplomarbeit möglich. Vorausgesetzt man trifft rechtzeitig die nötigen Absprachen und holt sich die Genehmigungen beim Landesprüfungsamt ein.

WETTKÄMPFE UND MÄRSCHE

Um einmal den Kopf frei zu bekommen und gleichzeitig andere Kameraden aus der Truppe oder gar anderer Nationen anzutreffen, gibt es nichts Besseres als an Internationalen Märschen und Militärwettkämpfen teilzunehmen! Die meisten Märsche finden an zwei Tagen statt und je nach Angebot kann man dort zwischen 20 oder etwa 40 Kilometer pro Tag marschieren. Eine Ausnahme stellt der Dodentocht-Marsch in Belgien dar. In Bornem marschiert man 100 Kilometer in maximal 24 Stunden. Es ist ein echtes Erlebnis und man kommt an seine körperlichen Grenzen – trotzdem schafft man es irgendwie, die 100 Kilometer zu meistern! Besonders der Zieleinlauf entschädigt für die Strapazen der letzten Stunden: Die Zuschauer bejubeln einen, es gibt ein kleines Präsent und die Veranstalter gratulieren den Teilnehmern, die die Ziellinie passieren. Bei den Wettkämpfen hingegen besteht die Hauptaufgabe eher darin, die verschiedenen Stationen anzulaufen und die dort gestellten Aufgaben zu lösen. Die Themengebiete decken Karte und Kompass, Verwundetenversorgung, Schießen und auch das Erkennen von Uniformen und Flaggen anderer Nationen ab. Neben dem Wettbewerb kommt natürlich auch der Austausch mit den anderen Nationen nicht zu kurz. Welche Besonderheiten hat das jeweilige Land? Welcher Truppengattung gehören die Kameraden an? Und das ein oder andere Gruppenfoto ist auch ein begehrtes Sammlerobjekt.

NACH DEM STUDIUM IST VOR DEM STUDIUM

Zu guter Letzt gehört zu unserer Ausbildung auch das Lebensmittelchemiestudium. Aufgrund des geleisteten Pharmaziestudiums können wir direkt ins Hauptstudium einsteigen. Problematisch wird es im praktischen Teil des Studiums, da die Plätze für die Pflichtpraktika meist nicht ausreichen. Dieses Praktikum ist Voraussetzung, um zur Prüfung zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker zugelassen zu werden. Nach Bestehen der Prüfung kann man entsprechend seiner Qualifikationen bei der Bundeswehr eingesetzt werden.

ENDLICH ARBEITEN!

Für Apotheker bei der Bundeswehr kommen folgende Arbeitsplätze in Frage, je nach Angebot der Stellen, welche zu besetzen sind. Dies entscheidet sich in der Einplanung.

  • Bundeswehrkrankenhausapotheke
  • Versorgungs- und Instandsetzungszentrum
  • im Kommando Sanitätsdienst in Koblenz
  • in den Zentralinstituten der Bundeswehr
  • in der Sanitätsakademie
  • in Bereichen der öffentlich-rechtlichen Aufsicht
  • in der Materialbewirtschaftung und -versorgung
  • als Kompaniechef in einer Sanitätskompanie

Eine Versetzung kann alle zwei bis drei Jahre erfolgen; dadurch sammelt man jedoch auch viel Erfahrung und ein breites Verwendungsspektrum.

FEEDBACK – WÜRDE ICH ES WIEDER TUN?

Diese Frage habe ich mir schon oft selbst gestellt und kann sie eindeutig mit JA beantworten. Ja, ich würde wieder zur Bundeswehr gehen und mich verpflichten. Das was ich bisher gesehen und kennengelernt habe, lässt mich positiv in die Zukunft blicken. Besonders der Aspekt der Kameradschaft macht das Leben als Soldat angenehm. Das ist etwas, was man draußen im Zivilen vergeblich sucht. Kameraden sind wir alle, egal ob sich ein Gefreiter oder ein General gegenüberstehen. Befehl und Gehorsam ist zwar nicht jedermanns Sache, aber es gibt klare Regeln und Strukturen vor. Wer einen abwechslungsreichen Beruf sucht, gerne Sport macht und kein Problem damit hat, quer durch Deutschland unterwegs zu sein, der ist bei der Bundeswehr genau richtig. Zum Pharmaziestudium kann ich nur sagen, es ist ein interessantes Studium, dass mir rein vom Fachlichen sehr viel Spaß gemacht hat, aber zugleich auch viele schlaflose Nächte, viel Schweiß und Tränen kostete. In solchen Zeiten musste ich oft an meine Grundausbildung denken: „Perfer et obdura!”

Von Tamara Lugenbiel,
Pharmaziestudentin und Leutnant bei der Bundeswehr