KINDER IM FOKUS
16. September 2014 Drucken Empfehlen
Aktuelles
12. PHARMAWEEKEND IN GREIFSWALD

KINDER IM FOKUS

Dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, wurde auf dem diesjährigen vom Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD) in Zusammenarbeit mit der Greifswalder Fachschaft organisierten Pharmaweekend mit dem Schwerpunkt „Pädiatrie“ deutlich. Eindrucksvoll erklärten die Referenten, was es in der Arzneimitteltherapie der Kleinen zu beachten gibt. Dank interessanter Vorträge, Workshops und einem attraktiven Rahmenprogramm verlebten die Teilnehmer ein rundum gelungenes Wochenende in Greifswald.

In seinem Festvortrag ging Dr. Sebastian Schmidt von der Klinik für Kinderund Jugendmedizin in Greifswald auf die Entwicklungsstadien vom Frühgeborenen bis zum Jugendlichen ein und erläuterte mögliche Probleme und häufige Arzneimitteltherapien in der jeweiligen Altersspanne. Auch auf weitere Besonderheiten in der Pädiatrie, etwa dass Arzneimittel oft nicht für Kinder zugelassen sind, machte Schmidt aufmerksam. Dr. Karen Saljé aus Greifswald berichtete über die allgemeinen Grundsätze der Arzneimitteltherapie im Kindesalter. Altersabhängige Veränderungen etwa hinsichtlich des Gesamtkörperwassers oder der Leber- und Nierenfunktion wirken sich auf die Pharmakokinetik vieler Arzneistoffe aus. Dies muss in der Arzneimitteltherapie berücksichtigt werden.

ARZNEIMITTELSICHERHEIT UND PÄDIATRISCHE ARZNEIFORMEN

Im Anschluss referierte Prof. Dr. Thilo Bertsche aus Leipzig, über die Arzneimittelsicherheit in der Pädiatrie als Aufgabe für klinische Pharmazeuten. Er wies darauf hin, wie wichtig die Dokumentation ist, etwa wenn man als Apotheker im Krankenhaus an einer Visite teilnimmt, denn: „Was nicht dokumentiert ist, ist nicht gemacht.“ Zudem schärfte er den Studierenden ein, in der öffentlichen Apotheke die Patienten bei der Abgabe eines Arzneimittels zu beraten. Gleichwohl solle man sich nicht frustrieren lassen, wenn ein Patient mal keine Beratung will. Als letzte Rednerin am Vormittag bot Prof. Dr. Sandra Klein aus Greifswald den Teilnehmern einen Einblick in die Entwicklung pädiatrischer Arzneiformen – insbesondere unter biopharmazeutischen Gesichtspunkten.

INHALATIVA, DIABETES UND MUCOVISZIDOSE

Die nachmittägliche Vortragsreihe startete mit dem Thema pädiatrische Inhalativa. Anschaulich erklärte Dr. Stefan Leiner, Apotheker bei Boehringer Ingelheim, Vor- und Nachteile unterschiedlicher Inhalationssysteme und welche Inhalativa für die Kleinen im Endeffekt geeignet sind. Im weiteren Verlauf ging Prof. Dr. Andreas Link aus Greifswald auf Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern ein und klärte über Insulinpumpen und Glucosesensoren auf. Den Ablauf des Neugeborenen-Screenings zur Früherkennung von angeborenen Stoffwechseldefekten und hormonellen Störungen erläuterte Dr. Theresa Winter, ebenfalls aus Greifswald. Insgesamt 14 Erkrankungen werden bundesweit gescreent – nur in Mecklenburg-Vorpommern wird zusätzlich auf Mukoviszidose getestet. Welche Auswirkungen diese Erkrankung hat, konnten die Teilnehmer in einem Workshop aus erster Hand erfahren: Eine Mutter, deren Tochter an Mukoviszidose leidet, berichtete anschaulich über ihren Alltag. Darüber hinaus machte sie deutlich, welche Unterstützung sie sich von „ihrer“ Apotheke wünscht – eine eindrucksvolle Schilderung, die die Beratung in der Apotheke von einer gänzlich anderen Perspektive zeigte.

DIE LIEBEN KLEINEN …

In einem weiteren Workshop wurde der Umgang mit Kindern als Patienten in der Beratung trainiert. Dabei gilt es, im Gespräch eine Balance zwischen Eltern und Kind zu finden. Nicht nur Körpersprache und Mimik ist von Bedeutung, sondern auch die Sprache – in Wortwahl wie Tonfall. In kleinen Gruppen wurden je eine Beratungsszene zu einem cortisonhaltigen Asthmaspray und einem Antibiotikum erarbeitet und vorgespielt. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, wie die Hinweise vermittelt wurden und dass die Kinder ins Gespräch einbezogen wurden. Zudem konnten sich die Teilnehmer über die Teddybärklinik und die Arbeit von Clowns auf der Kinderstation informieren.

GUTE LAUNE GARANTIERT

Natürlich kam an diesem Wochenende auch der gesellige Aspekt nicht zu kurz. Am Freitag konnten sich die Teilnehmer stilvoll bei einem Sektempfang im Innenhof kennenlernen und austauschen. Der Abend klang dann beim gemeinsamen Grillen und fröhlichem Feiern in der Unterkunft aus. Diese war direkt am Greifswalder Bodden, mit kleinem Hafen und nettem Imbissstübchen einfach traumhaft gelegen. Und auch der Samstagabend hatte es in sich: Im Studentenklub „Kiste“ wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Für den Sonntag waren mit einer Stadtführung, Kajakfahren auf dem Ryck, einer Fahrradtour, und einem chilligen Strandtag tolle Aktivitäten geplant. Leider fielen diese buchstäblich ins Wasser. Die Regenzeit wurde dann aber genutzt, um Billard und Tischtennis zu spielen, sich von der Party zu erholen oder um einen Film in der „Kiste“ zu sehen. Alles in allem eine lehrreiches und zugleich spaßiges Fortbildungswochenende.