BPhD-ANTRAG ZUR PRAKTISCHEN AUSBILDUNG
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27. March 2014 Drucken Empfehlen
Aktuelles
DER DEUTSCHE APOTHEKERTAG IN DÜSSELDORF 2013

BPhD-ANTRAG ZUR PRAKTISCHEN AUSBILDUNG

Auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) 2013, der vom 18. bis 20. September parallel zur Expopharm stattfand, wurden die berufspolitischen Belange der Apotheker diskutiert. Die ABDA als Dachorganisation leitete die Versammlung, in der auch über die praktische Ausbildung der Studierenden gesprochen wurde.

Im Vorfeld reichten Kammern wie auch Verbände oder Einzelinitiativen mehrerer Delegierter Anträge zu wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und berufspolitischen Belangen ein, die auf dem DAT vorgestellt und rege diskutiert wurden. Anschließend wurde über den jeweiligen Antrag abgestimmt. Wurde ein Antrag angenommen, setzt sich die ABDA dafür ein, dass die jeweiligen Forderungen realisiert werden.

KAMMER STELLT BPhD-ANTRAG

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David Reiner erläuterte den vom BPhD initiierten Antrag. (Foto: Schelbert)

Ein Antrag wurde auf Initiative des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. (BPhD) von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe eingereicht. Titel: Ausbildung in Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) im Praktischen Jahr. Im Antrag wurde gefordert, dass gemeinsam mit dem BPhD ein bundesweit einheitliches Curriculum für die Ausbildung bezüglich der AMTS im Praktischen Jahr entwickelt werden soll. Diese sollen in den jeweiligen Kammerbezirken in Ausbildungskonzepte umgesetzt werden. Zudem wurde die Forderung aufgestellt, dass eine Akkreditierung von Ausbildungsapotheken in Betracht gezogen wird. Die Präsidentin der Landesapothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Overwiening, erklärte, dass ihre Kammer den Antrag befürworte und als Überbringer fungiere, da nur Mitglieder einen Antrag stellen dürfen. Sie übergab das Wort an den BPhD-Präsidenten David Reiner.

UMFRAGE ZEIGT UNTERSCHIEDE

Die Zufriedenheit mit den Inhalten des PJ sowie dem praktikumsbegleitenden Unterricht wurde intern untersucht, so Reiner. Die Evaluationsergebnisse zeigten, dass die Ausbildung im PJ verbessert und vereinheitlicht werden sollte – gerade in Bezug auf die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) und das Medikationsmanagement (MM). Nicht alle Apotheken würden das 2012 in die Apothekenbetriebsordnung aufgenommene Medikationsmanagement als Pharmazeutische Aufgabe umsetzen. Damit alle PhiPs gleichermaßen vom dritten Ausbildungsabschnitt profitieren, sollen bundesweit Konzepte für die neuen Ausbildungsinhalte erstellt werden und die Apotheken mit erfolgreicher Umsetzung bei der jeweiligen Kammer akkreditiert werden, forderte Reiner. So könnten die Studenten ohne großen Aufwand eine „gute” Ausbildungsapotheke finden, die sie fit für die Zukunft macht.

POSITIVE STIMMEN AUS DER VERSAMMLUNG

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Die Vollversammlung hatte auf dem Deutschen Apothekertag über viele Anträge abzustimmen. (Foto: Schelbert)

Viele der anwesenden Delegierten befürworteten den Antrag in der anschließenden Diskussion. Der Antrag sei eine gute Basis für die Ausbildung und sorge dafür, dass die auszubildende Apotheke die Verantwortung für die jungen Menschen übernehme. Positiv sah man auch, dass die PhiPs ein Instrument an die Hand bekämen, mit dem sie die Qualität der Ausbildungsapotheke einordnen könnten; zudem schaffe die Akkreditierung eine Wettbewerbssituation, die die Apotheken bei der Ausbildung motivieren könne. Die Apothekerkammer Nordrhein bot sogar an, gemeinsam mit dem BPhD ein AMTS-Curriculum zu erarbeiten; sie hätten in einem ihrer Arbeitskreise sogar schon damit begonnen.

AKKREDITIERUNG ABGELEHNT

Jedoch wurden gerade zum Thema Akkreditierung ablehnende Stimmen laut. So wurde eingeworfen, dass jede Apotheke ausbilden kann und die Akkreditierung daher keinen Sinn mache. Zudem wolle man keine „Zwei-Klassen-Apotheken” mit der Frage „AMTS in der Apotheke – ja oder nein?” generieren, denn manche Apotheken seien klein, da wäre das Modell der AMTS personell gar nicht umsetzbar. Daraufhin wurde gefordert, dass die Akkreditierung der Apotheken im Antrag gestrichen werden solle. Dem Antrag mit Ausnahme der Akkreditierung von Apotheken wurde schließlich zugestimmt.

AUSBLICK

Eine Nachfrage bei der ABDA bezüglich des Antrags kurz vor Redaktionsschluss ergab, dass sich eine Arbeitsgruppe der Bundesapothekerkammer damit beschäftigen wird und dass die Ergebnisse zu gegebener Zeit veröffentlicht werden sollen. Der BPhD ist hier schon weiter, denn es wurde bereits eine BPhD-Arbeitsgruppe mit engagierten Alumni gebildet. Sie wird sich mit der Bewertung der Ausbildungsinhalte im Praktischen Jahr und den bereits bestehenden Ausbildungskonzepten beschäftigen.

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