14. March 2013 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Pharma­zeutische Karrieren
Dr. Dominic Kram

Offizinapotheker in Neukirchen b. Hl. Blut

Meine „Karriere“ hat insbesondere im Warenlager der elterlichen Landapotheke begonnen. Schon früh wusste ich in welchen Kartonagen die besten Traubenzucker zu finden waren.  Später faszinierte dann das vielfältig ausgestattete Apothekenlabor mit für mich exotisch wirkenden Glasapparaturen, riesigen Rührschüsseln und den typischen Gerüchen der verschiedenen Rohstoffe. Hier entwickelte mein Vater oft bis spät in die Nacht neue Rezepturen für die ortsansässige Hautklinik. Damals war selbst die Herstellung größerer Chargen noch anstrengende Handarbeit.

Am Studium freute mich, dass die Praktika einen Schwerpunkt darstellten. Für reinen „Frontalunterricht“, wie er aus Studiengängen der  Geisteswissenschaften bekannt ist, bin ich nicht geschaffen. Nach dem Studium bekam ich die Gelegenheit die Besonderheiten einer großen Stadt-Apotheke kennen zu lernen. Auch dort war die ureigene Disziplin der Apotheken, die Herstellung von Arzneimitteln, ein fester Bestandteil des Betriebs.

Trotz dieser positiven Erfahrungen in der öffentlichen Apotheke wollte ich noch nicht in die elterliche Apotheke einsteigen. Eine Promotion in pharmazeutischer Biologie in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut in Berlin bot mir die Möglichkeit zellbiologisches Arbeiten zu lernen. Der Hauptgewinn aus dieser Zeit war die eigenständige wissenschaftliche Arbeit. Rückblickend waren diese Jahre für mich wertvolle „Gesellenjahre“ nach denen ich für den Einstieg  in den elterlichen Betrieb bereit war.

In einem Familienbetrieb sind die Aufgabenbereiche nahezu unerschöpflich. Die Offizin, in der es nicht nur um die ordnungsgemäße Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimittel geht, sondern auch um soziale Kompetenz, die Führung des Betriebes, das kaufmännische Geschick und meine „Leidenschaft“ die Galenik. Aufbauend auf dem großen galenischen Wissen meines Vaters habe ich begonnen individuelle Pflegeprodukte zu entwickeln. Inzwischen werden in einem separaten Labor ausgestattet mit Vakuumrührern, je nach Kundenwunsch Salben, Lotionen, Peelings, Masken und Shampoos hergestellt. Selbstverständlich bietet der industrielle Markt schon sehr gute Produkte, alle besonderen Ansprüche können und wollen die großen Firmen er aber immer noch nicht abdecken. Ich empfinde es daher sehr erfüllend solche Nischen zu erschließen, auch wenn es zugegeben aufgrund bürokratischer Hürden ein steiniger Weg ist. Aber die Zufriedenheit der Kunden ist den Einsatz wert.

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