14. March 2013 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Studium
PharMSchool

Da kann man was lernen!

Angefangen hat alles mit dem Antrag auf Unterstützung seitens des Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, heraus gekommen ist dabei das „PharMSchool“-Projekt. Was sich genau dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

CadyBox Images (Fotolia)Hinter der Wortschöpfung „PharMSchool“ verstecken sich nicht nur die Wörter „Pharmazie“ und „School“, sondern auch der Studienstandort, „MS“ für Münster. An der Westfälischen Wilhelms Universität, kurz WWU, werden seit dem Sommersemester 2012 in allen Bereichen Initiativen ergriffen, um die Bedeutung der Lehre zu steigern. Im Fachbereich Pharmazie wurde den Hochschullehrern bei einem „Brainstorming“ schnell klar, dass trotz Novellierung ein Schwachpunkt der Approbations- und Studienordnung darin besteht, dass die fünf Teildisziplinen der Pharmazie (Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Technologie, Pharmazeutische Biologie, Pharmakologie und Klinische Pharmazie) stark voneinander getrennt betrachtet werden und auch Studenten häufig diese Ansicht teilen. Um auch innerhalb der pharmazeutischen Lehre die Qualität zu verbessern, wurde hier schnell ein Ansatzpunkt für ein bisher einmaliges Projekt gefunden. Statt einer isolierten Sicht auf die einzelnen Fächer, statt einer Denkweise, die nur auf die Erlangung eines „Scheins“ gerichtet ist, sollen die Studenten noch während des Studiums lernen, wie eng die Fächer miteinander verbunden sind und wie leicht sich das Wissen der einzelnen Fachdisziplinen miteinander verknüpfen lässt!

Startschuss im Herbst 2012

Verwirklicht werden soll dieser Wunsch durch eine 4-semestrige Projektarbeit. Dazu erhalten die Studenten zu Beginn des Hauptstudiums, unterschiedliche arzneimittelbezogene Themen welche bis zum achten Fachsemester in allen angebotenen Laborpraktika aufgegriffen werden. Der Startschuss für den ersten Durchlauf der PharMSchool fiel bereits zu Beginn des Wintersemesters 2012/2013. Die 80 Studenten des damaligen 5. Semesters wurden zunächst in 7er- bis 9er-Gruppen aufgeteilt, erhielten ihr Projektthema und konnten sofort mit der Arbeit beginnen. Die Themen orientieren sich an den zeitgleich unterrichteten Inhalten der Vorlesungen in Pharmazeutischer und Medizinischer Chemie, so hören die Studenten während der Vorlesung die chemischen Grundlagen zu ihrem Thema und können für ihre Projektarbeit während der Laborpraktika darauf aufbauen.

Keine Belastung sondern Gewinn

Natürlich war die Skepsis von Studentenseite anfangs groß, denn jeder weiß wie ausgefüllt der Lehrplan im Pharmazie-Studium ist und wie zeitintensiv die Lehrveranstaltungen und Praktika sein können. Damit das Projekt aber nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Gewinn zum Tragen kommt, hat man die Zeit innerhalb bestehender Veranstaltungen neu aufgeteilt und die Seminare der PharMSchool in den Stundenplan integriert. Die Professoren waren von dem Projekt so überzeugt, dass sie sich noch im Laufe der konkreten Planung dafür entschieden haben, die Gruppen als Mentoren zu unterstützen. Mittlerweile ist die Idee durchweg positiv aufgenommen worden und die Studenten profitieren immer mehr davon. Auch die Projektarbeiten sind inzwischen gut angelaufen, reifen immer stärker aus und es zeichnet sich immer deutlicher ab, was daraus entsteht. So beschäftigt sich beispielsweise eine Gruppe im Rahmen des Praktikums Arzneistoffanalytik mit der Rückstandsanalyse von Ethinylestradiol in Trinkwasser, Wasser der Kläranlage und des Münsteraner Aasees. Aber auch außerhalb der Hochschule ergeben sich interessante Ansätze, so stehen andere Gruppen in Kontakt mit Ärzten, Patienten oder Selbsthilfegruppen und besuchen externe Fortbildungsveranstaltungen. Den Studierenden ist bei ihrem Projekt völlig selbst überlassen, wo Schwerpunkte gesetzt werden, wo sie genauer nachforschen möchten oder in welcher Richtung sie sich eher auf allgemeine Angaben beschränken möchten. Jedes Team entwickelt eigene spannende Fragestellungen und die Zusammenarbeit mit den Mentoren oder auch die wöchentliche PharMSchool-Sprechstunde beim eigens eingeführten Koordinationsteam setzen weitere Impulse, auch dann wenn ein Versuch mal nicht auf Anhieb funktioniert.

Symposium als krönender Abschluss

Eine Abschlussveranstaltung (nach 4 Semestern Recherche, Forschung und kreativer Arbeit) soll den Studenten die Möglichkeit geben, ihr Thema in einem festlichen Rahmen zu präsentieren. Im Sommersemester 2014 wird es zum ersten Mal soweit sein, für den Abschluss ist ein ganztägiges Symposium mit Präsentationen der Ergebnisse in Form von Referaten und Postern geplant. Außerdem sollen Gastredner, die Vorträge rund um die bearbeiteten Themen halten, das ganze abrunden. Die Motivation der Studierenden eine qualitativ hochwertige Abschlussveranstaltung zu gestalten ist hoch, man darf also gespannt sein!

Annika van der Linde, PhiP, Apotheke Hamminkeln

Offizielle Kontaktadresse:

pharmschool-wwu@wwu.de

Sprecher der »PharMSchool«: Professor Dr. Klaus Langer

Koordinationsteam: Lisa Wessels, Marei Hoffmann, Dr. Frauke Weber

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