Aufbaustudium! Aber welches?
Ed Simkins - Nanamee.com
14. March 2013 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Berufsstart
Weiterbildung

Aufbaustudium! Aber welches?

So vielseitig wie das Studium der Pharmazie an sich, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten der Bildungsmaßnahmen! Vielleicht interessiert sich der Eine oder Andere schon während des Studiums ganz besonders für eine bestimmte Fachrichtung und möchte sich nach dem Studium darauf spezialisieren, oder er hat neben den Naturwissenschaften auch Interesse an sozial-, rechts-, oder wirtschaftswissenschaftlichen Fächern und möchte sich durch ein Aufbaustudium in diese Richtung weiterbilden? Auch für diejenigen, die nach neuen beruflichen Perspektiven suchen, oder sich persönlich weiter entwickeln möchten, bietet sich ein Aufbaustudium an! Dieser Artikel gibt eine kleine Übersicht und erste Informationen zu ausgewählten Aufbaustudiengängen für Pharmazeuten, weitere werden in der Tabelle vorgestellt. Aber dennoch kann aufgrund der Fülle an Angeboten und der teilweise großen Unterschiede in bestimmten Punkten kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden.

Allein das Interesse an einem Aufbaustudium ist aber noch lange nicht genug, um ein solches auch zu absolvieren, denn es gibt gleich mehrere wichtige Fragen, die es vor der Entscheidung zur Teilnahme an einem Aufbaustudiengang zu beantworten gilt! Soll das Studium direkt im Anschluss an die Approbation erfolgen oder erst nach einer gewissen Berufserfahrung? Ist ein Vollzeitstudium oder ein berufsbegleitendes Studium möglich? Wie viel Zeit kann grundsätzlich investiert werden? Welche Hochschulstandorte sind denkbar? Wie hoch dürfen die Kosten sein? Was ist über das Erststudium hinaus tatsächlich von Interesse? Wo möchte ich mich beruflich verwirklichen? In welchen Berufsbranchen ist eine solche Weiterbildung sinnvoll?

Wie kommt man an zuverlässige Informationen?

Die erste zuverlässige Quelle für Informationen zu Zusatzqualifikationen in Form eines Studiums ist zunächst einmal der eigene Hochschulstandort. Hier kann man sich vor Ort informieren und erhält in einem persönlichen Gespräch leicht viele Informationen und Antworten auf die meisten Fragen. Zusätzlich kann man vor Ort nützliche Details von Teilnehmern eines Aufbaustudienganges einholen und erhält Erfahrungsberichte, die so sicherlich nicht im Internet stehen. Natürlich gibt es auch online zu jedem vorgestellten Abschluss umfassende Angaben und in der Regel steht einem über eine E-Mail-Adresse immer eine Kontaktperson zur Verfügung. Auch versenden einige Hochschulen kostenlos Broschüren, oder sogar ein ganzes Informationspaket per Post.

Hilfreiche Internetseiten bei der Suche nach Aufbaustudiengängen:Allgemeine Internet-Suchmaschinen, AUBI-plus GmbH mit Weiterbildungsangeboten die nach Berufsgruppen sortiert sind (www.aubi-plus.de), targroup Media GmbH, ein Wegweiser rund ums Studium Gesundheit, Pflege & Soziale Arbeit (www.gesundheitsmanagement-studieren.de), WDA Wirtschaftsakademie Deutscher Apotheker, ein berufsbegleitendes Ausbildungskonzept speziell für Apotheker (www.wda-akademie.de/die-wda.html), auf der Seite der Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz befinden sich umfangreiche Informationen zum Studium in Deutschland (www.hochschulkompass.de), zahlreiche Studiengänge im Fachbereich Medizin und Pharmazie findet man unter www.study-plus.de.

Fragt man sich, wie man bei der Fülle an Angeboten deren Qualität erkennen und bewerten soll, so gibt es auch hierzu hilfreiche Angebote im Internet. Zum Vergleich und zur Beurteilung der Qualität der angebotenen Studiengänge, bietet sich eine kurze Checkliste an. Anhand von verschiedenen Fragen, die individuell gewichtet und ergänzt werden können, kann man sich einen Überblick verschaffen und alle Angebote miteinander vergleichen. Auf der Internetseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (www.bibb.de) findet man unter „Checklicste Qualität der beruflichen Weiterbildung“ einen hilfreichen Ratgeber und auch das Deutsche Institut  für Erwachsenenbildung (www.die-bonn.de) bietet im Internet eine solche Checkliste an. Eine Fachkommission (Akkreditierungsrat) hat auf der Homepage der Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (www.aqas.de) bereits einige der hier vorgestellten Studiengänge bewertet.

Masterstudiengang Arzneimittelwissenschaften

Einige der Veranstaltungen dieses Studienganges erinnern zunächst an Fächer aus dem Pharmaziestudium, die hier noch intensiver besprochen werden, aber spätestens ab dem 3. Fachsemester kommen auch andere Fächer hinzu (z.B. BWL, Patentrecht, Management). Die Art der Lehrveranstaltungen umfasst sowohl Vorlesungen, Seminare, praktische Übungen, als auch selbständiges Arbeiten und soll während drei Semestern auf die Abschlussarbeit im 4. Semester vorbereiten. Im Mittelpunkt stehen dabei das Auffinden, die Entwicklung und die Optimierung neuer Arzneistoffe. Darin inbegriffen ist die Suche nach einer biologisch aktiven Substanz, welche zunächst zum Arzneistoff und schließlich zum Arzneimittel entwickelt werden muss. Der Studiengang vermittelt die methodische und fachliche Grundlage für eine leitende Tätigkeit in Herstellungs-, Prüfungs-, Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Pharmaindustrie und anderen Betrieben im In- und Ausland.

Robert Kneschke - Fotolia.com

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Masterstudiengang Arzneimittelforschung, Drug Research

Dieses Aufbaustudium mit starker Forschungsorientierung vermittelt die Fähigkeit zur selbstständigen Bearbeitung von wissenschaftlichen Problemstellungen und Aufgaben, insbesondere in der pharmazeutischen und der pharmazienahen Industrie oder im Forschungsbereich. Während des Studiums werden Pflicht- und Wahlpflichtmodule belegt, die der Teilnehmer gemeinsam mit einem betreuenden Hochschullehrer, seinem Mentor, individuell gestaltet. Der Mentor steht dabei stellvertretend für eines der sechs Fachgebiete im Bereich der Pharmazie. Bis zum Erstellen der Masterarbeit wird zu einem Großteil der Zeit praktisch gearbeitet, bei der Arbeit in Laboratorien der Arbeitsgruppen werden die ersten Leistungspunkte gesammelt und die notwendigen Informationen für die Abschlussarbeit gesammelt. Laut Einschätzung des AQAS e.V. erweist sich das Studium der Arzneimittelforschung als echte Alternative für Studierende, die aus verschiedensten Gründen keine Promotion beginnen, bzw. die eine Masterarbeit zur Vorbereitung auf eine mögliche Promotion nutzen möchten.

Masterstudiengang Arzneimittelzulassung, Drug Regulatory Affairs

Die Zulassung neuer Medikamente ist ein komplexer Vorgang, der in jedem Unternehmen über dessen Erfolg entscheidet und hoch qualifiziertes Personal erfordert. Als Grundlage für diese Herausforderung eignet sich das Pharmaziestudium im besonderen Maße, da auf dieser Grundlage weiteres Fachwissen aufgebaut werden kann. Von der Entwicklung des Arzneimittels bis zum Antrag auf Zulassung ist es ein langer Weg auf dem viele, zum Teil stark unterschiedliche Fachdisziplinen eine wichtige Rolle spielen. Der Drug Regulatory Affair Manager stellt dabei eine wichtige Schnittstellenfunktion dar und arbeitet mit allen Fachabteilungen eines Pharmaunternehmens eng zusammen, ebenso mit Behörden und außerbetrieblichen wissenschaftlichen Institutionen. Vorrangig beschäftigt sich der Apotheker im Bereich der Drug Regulatory Affairs mit der Zulassung von Arzneimitteln, insbesondere mit dem Nachweis von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit. Aber auch nach Marktreife muss das Arzneimittel diesen Anforderungen entsprechen und weiter beobachtet werden. Die Tätigkeiten eines Drug Regulatory Affairs Managers erfordern dabei ein gewissenhaftes und verantwortungsbewusstes Arbeiten, sowie ein hohes Maß an Sorgfalt und Selbstorganisation.

Masterstudiengang Gesundheitsfürsorge, Consumer Health Care, CHC

Das CHC Studium sieht sich als Ergänzung zum abgeschlossenen Hochschulstudium und setzt bereits erste berufliche Erfahrungen in einem Gesundheitsberuf voraus. Ein Gesamtziel des Masterstudienganges ist die Förderung von Prävention und Selbstverantwortung der Menschen zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Die im Studium erlangten Kenntnisse und Fähigkeiten sind für verschiedenste Tätigkeit im Gesundheitswesen einsetzbar: Management-Aufgaben in Firmen, in Krankenkassen, bei Behörden und Verbänden; ebenso zählen beratende und aufklärende Tätigkeiten dazu. In den modular aufgebauten Lehrveranstaltungen, werden unter anderem die Themen Klinische Pharmakologie und Biostatistik, Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie, Methoden zur Analyse des Arzneimittel- und Gesundheitsmarktes, Gesundheitsmanagement, sowie ethische Aspekte der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung besprochen. Im Beruf kommen Management-Aufgaben in Firmen, Krankenkassen, Behörden und Verbänden, ebenso wie beratende und aufklärende Tätigkeiten auf den Absolventen zu.

Gesundheitswissenschaften, Public Health

Der in der deutschen Bezeichnung verwendete Plural weist schon auf die Vielfältigkeit und interdisziplinäre Ausrichtung dieses Studienganges hin. Im Studium Public Health werden die Leistungen des Gesundheitssystems untersucht und nach Möglichkeiten gesucht, diese politisch und ökonomisch zu beeinflussen. Dabei dient die Medizin der Diagnostik von Erkrankungen, im Bereich der Epidemiologe und Statistik werden diese Krankheiten quantitativ erfasst, durch die Sozialwissenschaften werden gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Einflüsse berücksichtigt. Mit Hilfe der Psychologie versucht man gesundheitsbezogene Verhaltensweisen aufzuklären und mit Strategien aus dem Bereich der Erziehungswissenschaften möchte man letztlich dieses Wissen umzusetzen.

Gesundheitsmanagement, Health Care Management, HCM

Im HCM-Studium werden die Fächer Betriebswirtschaft, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik, sowie Recht im Gesundheitswesen unterrichtet und dabei wichtig Managementkenntnisse (Managementtheorie und -fähigkeiten) vermittelt. Um die erlernten Managementfähigkeiten optimal umsetzen zu können, wird starker Wert auf Praxisnähe gelegt und die Teilnehmer werden noch während des Studiums in aktuelle Projekte im Gesundheitsbereich einbezogen. Es geht darum übergeordnete Zusammenhänge zu erkennen und die komplexen Abläufe im Gesundheitssystem zu verstehen, um darin agieren zu können. Absolventen des HCM-Studiums sollen später Gesundheitssysteme gestalten und Gesundheitsdienstleister (Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Krankenversicherungen) führen oder beraten können, auch in industriellen Bereichen ist eine Anstellung als HCM möglich.

International Health (Care Management)

Das International Health Studium befasst sich vorrangig mit armutsbedingten Gesundheitsproblemen in Entwicklungsländern. Das Leitbild des Studiums ist die weltweite Verbesserung der Gesundheitsversorgung benachteiligter Bevölkerungsgruppen, dies umfasst Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention sowie Planung und Durchführung von Krankheitsbekämpfung in Ländern, in denen es häufig an einem (funktionierenden) Gesundheitssystem fehlt. Inhaltlich geht es in diesem Studium um den Vergleich der unterschiedlichen Gesundheitssysteme und um das Verständnis für diese verschiedenen Strukturen. Auch das Gesundheitsmanagement und dessen Wirtschaftlichkeit, sowie Gesundheitspolitik sind wichtige Inhalte des Lehrplans. Weitere Schwerpunkte liegen im Bereich der Tropenmedizin, Reisemedizin, Ernährungswissenschaften, Psychologie und Soziologie, sowie Pflegewissenschaften und der Anthropologie. Zwischen den Kursen arbeiten die meisten Studenten in Kliniken oder zur Praxissammlung an Projekten internationaler Organisationen.

Wer unter den hier vorgestellten Angeboten der Aufbaustudiengänge noch nicht das passende gefunden hat, kann sich auch über vielseitige Angebote der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, kurz ABDA, weiter qualifizieren. Neben der Möglichkeit sich in unterschiedlichen Gebieten zum Fachapotheker zu spezialisieren, kann in weiteren Bereichen eine entsprechende Zusatzbezeichnung erworben werden. Auch die Apothekerkammern, Fachgesellschaften, etliche Vereine und Institute bieten regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen an. Neben all der Theorie sei letztlich noch zitiert „Probieren geht über studieren“, denn auch die Praxis ist eine geeignete Schulungsmaßnahme!

Von Annika van der Linde, PhiP, Apotheke Hamminkeln

Hier finden Sie eine tabellarische Übersicht mit  Charakteristika einer Auswahl von Aufbaustudiengängen für Pharmazeuten

 

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    Kommentare zu Aufbaustudium! Aber welches?

  1. Der beste Bericht den ich bei den Blogs gefunden habe. Stehe vor einer großen Entscheidung und das kommt mir gerade recht, vielen Dank!.komme nun öfter vorbei!