UniDAZ hat den Swag
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9. March 2012 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Aktuelles
Jugensprache und Apothekenalltag

UniDAZ hat den Swag

Wenn Sie sich jetzt fragen, was „Swag“ bedeuten soll, zeigt das, dass Sie trotz Ihres jungen Alters für die Sprache der Jugend wohl schon zu erwachsen sind. „Swag” ist nämlich das Jugendwort des Jahres 2011. Hier erfahren Sie mehr über den „Swag“ und weitere wichtige Vokalen der Jugendsprache.

Der Ausdruck „Swag“ stammt aus dem Song „Turn my swag on“ des US-Rappers Soulja Boy (wörtlich engl. to swagger = stolzieren, prahlen) und steht unter Jugendlichen für eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ und eine „charismatisch-positive Aura“. Ergebnis des komplizierten Auswahlverfahrens zum Jugendwort des Jahres war jedoch nicht nur das Siegerwort, sondern ein ganzes Wörterbuch der Jugendsprache, in dem sich auch eine Reihe apothekenrelevanter „Fachbegriffe“ wiederfindet. Die ominöse „Rentnerbravo“ kennt man vielleicht noch, aber was verbirgt sich hinter dem „grünen Libanesen“? Damit es auch in Zukunft nicht zu Verständigungsproblemen kommt, folgen hier einige kurze Szenen aus dem für den Apothekenalltag, für den Fall des Falles mit Übersetzung…

Jugendsprache:

Die Apotheke hatte kaum geöffnet, da kam schon der erste Sechsbeiner durch die Tür. Offenbar hatte er sich direkt nach dem Apothekenfrühstück mit seinem Gehsteigporsche auf den Weg gemacht, denn üblicherweise kamen Mitglieder des friedhofsblonden Krampfadergeschwaders deutlich später. Es war kalt und sein mobiles Esszimmer klapperte. Er hatte sich eine gewaltige Rüsselpest eingefangen und kam jetzt, um sich einige Popelplanen und eine Flasche grünen Libanesen zu kaufen. Er wollte möglichst schnell wieder fit werden, denn morgen startete Singing Gammelfleisch mit dem Fossilientransporter zu seinem Jahresausflug, man wollte sich bei einem Faltenbügler de luxe über Gesichtstuning informieren. Die Apothekerin empfahl ihm daher zusätzlich eine Opashisha und riet ihm heute noch ein bisschen zu chillaxen, dann wäre er morgen sicher fit, um mit den anderen Kukidentlern auf Tour zu gehen. Schnell sackte er noch eine Rentnerbravo ein und machte sich dann mit seinem AOK-Shopper auf den Rückweg in Gottes Wartezimmer.

Hochdeutsch:

Die Apotheke hatte kaum geöffnet, da kam schon der erste Senior mit Gehhilfe durch die Tür. Offenbar hatte er sich direkt nach seiner morgendlichen Medikamenteneinnahme mit seinem Rollator auf den Weg gemacht, denn üblicherweise kamen die grauhaarigen Rentner deutlich später. Es war kalt und seine Zahnprothese klapperte. Er hatte sich einen gewaltigen Schnupfen eingefangen und kam jetzt, um sich einige Taschentücher und ein Flasche Hustensaft zu kaufen. Er wollte schnell wieder fit werden, denn morgen startete der Männergesangsverein mit dem Bus (mit Rentern) zu seinem Jahresausflug, man wollte sich bei einem angesehenen plastischen Chirurgen über Schönheitsoperationen informieren. Die Apothekerin empfahl ihm daher zusätzlich einen Inhalator und riet ihm, sich heute noch ein bisschen auszuruhen, dann wäre er morgen sicher fit um mit den anderen Senioren einen Ausflug zu machen. Nachdem er noch eine Apothekenumschau eingesteckt hatte, machte er sich mit seinem Gehwägelchen wieder auf den Rückweg ins Seniorenwohnstift.

Jugendsprache:

Kurz nach Mittag kamen zwei Gehsteigpanzer mit ihren Happyfanten in die Apotheke. Sie war eine richtige Knödelfee und schob ein ziemliches Feinkostgewölbe vor sich her. Darüber hinaus schien sie frisch aufgemopst zu sein. Und auch der Bratwurstfriedhof, der sie begleitete, hatte einen Weizenspoiler, der nicht mehr als Liebeskugel durchging. Völlig außer Atem verlangten die beiden Schrittschwitzer ein Mittel gegen Völlegefühl, offenbar hatten sie ihr Kalbfleischknoppers und die Assischale im Glutamatpalast gegenüber nicht gut vertragen. Eine PTA brachte das gewünschte und legte den beiden Meerschweinschmugglern nahe, es beim nächsten Fressflash doch einfach mal mit Vegetarierfrisbees zu versuchen. Das lehnten die beiden Puddingdampfer jedoch kategorisch ab, sie seien keine Blümchenkiller oder Karottenrambos. Auch dem Vorschlag zu fitnieren statt zu dönieren konnten die beiden wenig abgewinnen. „Bevor wir einen auf Steckerlhexe mach‘n, geh‘n wir lieber zum Specksauger“ meinten sie. Immerhin eine Geruchwalze gegen den Achselterror nahmen die beiden noch mit, ehe sie endgültig abpixelten. Über den Hartzvierjeans blitzen ihre Bauarbeiterdekolletés.

Hochdeutsch:

Kurz nach Mittag kamen zwei korpulente Kunden mit ihren übergewichtigen Kindern in die Apotheke. Sie war eine adipöse Dame mit einem ausgeprägten Bauch. Darüber hinaus schien sie sich jüngst die Brüste vergrößert haben zu lassen. Und auch der dicke Mann, der sie begleitete, hatte einen Bierbauch, der nicht mehr als süßer Männerbauchansatz durchging. Völlig außer Atem verlangten die beiden kräftig gebauten Herrschaften ein Mittel gegen Völlegefühl, offenbar hatten sie ihren Döner und die Portion Pommes mit Ketchup und Mayonnaise im gegenüberliegenden Fastfood-Restaurant nicht gut vertragen. Eine PTA brachte das gewünschte und legte den beiden Kunden mit ausgeprägter Achselbehaarung nahe, es bei der nächsten Mahlzeit doch einfach mal mit ein paar Gurkenscheiben zu versuchen. Das lehnten die beiden übergewichtigen Personen jedoch kategorisch ab, sie seien keine Vegetarier. Auch dem Vorschlag, im Fitnesscenter zu trainieren  anstatt Döner zu essen, konnten die beiden wenig abgewinnen. „Bevor wir Nordic Walking betreiben, lassen wir uns lieber Fett absaugen“ meinten sie. Immerhin einen Deoroller gegen das starke Schwitzen nahmen die beiden noch mit, ehe sie endgültig verschwanden. Die Jogginghosen gewährten dabei rückseitig tiefere Einblicke, als einem lieb sein konnte.

Jugendsprache:

Im Notdienst kam dann noch eine eingedieselte Chicka mit ihrem Bunnychecker. Die beiden hatten sich eben erst in einer Disse um die Ecke kennengelernt. Kaum hatte sie den Fummelbunker betreten, wurde sie von ihm ordentlich geblickfickt, denn er war von diesem Landschaftsbild total geflasht. Sofort begann er sie anzubraten und nachdem die beiden etwas abgedanct hatten, war auch sie einem Utensilientausch nicht mehr abgeneigt. Nachdem sie Lutscher getauscht hatten, ließ der Zerleger sein Rüsselsheim fallen und parkte im Paradiesdress ein. Da er nichts anpflanzen wollte, dachte er auch rechtzeitig an den Rammelbeutel. Dummerweise entpuppte sich die Nahkampfsocke jedoch als Kinderüberraschung. Also nichts wie auf zum Mädchen-TÜV. Der Höhlenforscher verschrieb ihr einen Radierer, den sie jetzt in der Apotheke abholten, eine Kugelgrippe wollten sie nämlich unter allen Umständen vermeiden.

Hochdeutsch:

Im Notdienst kam dann noch eine stark parfümierte, gut aussehende junge Frau mit einem Playboy an ihrer Seite. Die beiden hatten sich eben erst in einer Discothek um die Ecke kennengelernt. Kaum hatte sie die Disco betreten, starrte er sie an, denn er war von dem kurvenreichen Mädchen vollkommen überwältigt. Sofort begann er mit ihr zu flirten und nachdem die beiden eine Zeit lang miteinander getanzt hatten, war auch sie einem sexuellen Abenteuer nicht mehr abgeneigt. Nach intensiven Zungenküssen ließ der Frauenverführer seine Hose runter und hatte splitternackt mit ihr Verkehr. Da er jedoch keine Schwangerschaft riskieren wollte, dachte er rechtzeitig daran, ein Kondom zu verwenden. Dummerweise stellte sich hinterher heraus, dass das Präservativ ein Loch hatte. Daher gingen die beiden sofort zum Frauenarzt. Der Gynäkologe verschrieb dem Mädchen die Pille danach, die sie jetzt in der Apotheke abholten, eine ungewollte Schwangerschaft wollten sie nämlich unter allen Umständen vermeiden.

Und hier noch einige wichtige Vokabeln für den Apothekenalltag:

Hochdeutsch Jugendsprache
Akne Blindenschrift, Hügellandschaft, Pickelvulkan, Pickelpinocchio, Samsgesicht, Streuselschnecke
Kondom Bettfickling, Nahkampfsocke, Rammelbeutel, Stängelhaut, (mit Loch: Kinderüberraschung)
Potenzmittel Lattenmacher, Samendünger
Pille danach Radierer (einnehmen: radieren)
Apothekenumschau Rentnerbravo
Inhalator Opashisha
Hustensaft grüner Libanese
Verstopfung Analstöpsel
Blähungen Analhusten, Analseufzer, Gesäßhusten, einen Sprung in der Hose haben
Stuhlgang haben einen Bob in die Bahn legen, Ballast abwerfen, häufeln, würsteln
Durchfall Darmfasching, rektale Disharmonie, Sprühwurst
erbrechen durch den Kopf gehen lassen, Magenvulkan, rückwärts essen, Würfel husten
Darmspiegelung Rosettenkino
Drogendealer Waldapotheker

(zie)

 

Lexikon der Jugendsprache 2012

 

 

Quelle: PONS Wörterbuch der Jugendsprache 2012 – das Original!: Mit 1500 Einträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ISBN: 978-3-1201-0038-6 3,99 €

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