9. October 2012 Drucken Empfehlen
Studium
Was macht mein Assi?

ROBERT LIEBNER, PHARM. TECHNOLOGIE MÜNCHEN

Robert LiebnerMein Name ist Robert Liebner und ich bin 27 Jahre alt. Angefangen hat alles 2005 mit einem Pharmaziestudium an der Uni Leipzig. Seit Beginn 2011 promoviere ich in der pharmazeutischen Technologie an der LMU München im Arbeitskreis von Prof. Dr. G. Winter.

Zu meinen Aufgaben am Institut gehört unter anderem die Betreuung der Studenten der höheren Semester im pharmazeutisch technologischen Praktikum, Station disperse Arzneiformen. Dabei wird das Interesse der Studenten an der pharmazeutischen Technologie am meisten bei der Herstellung von Brummgelen oder Albumin-basierten Nanopartikeln geweckt. Nebenher versuche ich, den Studenten in Seminaren die Grundlagen der Rheologie zu erklären und warum z.B. ein Wasserläufer auf einem See laufen kann.

In meiner Doktorarbeit befasse ich mich mit Protein-Polymer-Konjugaten. Der Hintergrund der chemischen Modifikation von therapeutischen Proteinen basiert auf der kurzen Halbwertszeit mancher Klassen von Proteinarzneistoffen wie z.B. Zytokinen, Antikörperfragmenten oder Hormonrezeptorantagonisten, welche in der Therapie von Hepatitis C, Rheumatischer Arthritis oder Akromegalie eingesetzt werden. Durch die Kopplung der Proteine an biokompatible Polymere kann die Zirkulationszeit nach parenteraler Applikation deutlich erhöht werden. Das hat am Ende Vorteile für den Patienten, da dieser in längeren Intervallen therapiert werden kann.

Bis zur finalen Formulierung des Arzneistoffes vergeht viel Zeit, da das Konjugat synthetisiert, über entsprechende Chromatographie-Methoden aufgereinigt und in den jeweiligen Formulierungspuffer gebracht werden muss und dort möglichst stabil über einen langen Zeitraum auch unter künstlich erzeugten Stress zu bleiben. Klassische Parameter für die Stabilität sind u.a. die Beibehaltung der Sekundärstruktur des Proteins (messbar mit einem Fourier-Transform-Infrarotspektrometer) der Bildung von Aggregaten (messbar mit Size Exclusion Chromatography, Dynamic Light Scattering, Light Obscuration, Micro-Flow Imaging und vielen mehr), seiner Restaktivität (messbar in vitro über Surface Plasmon Resonance, Microscale Thermophoresis oder enzymatischen Assays und in vivo über verschiedene Tiermodelle). Dabei lernt man nie aus und kann sich ein sehr großes Wissen über etablierte, aber auch neue und innovative Analysemethoden, aneignen. Hierbei arbeiten wir eng mit industriellen Kooperationspartnern zusammen, um eine schnellstmögliche Umsetzung dieser Studien zu gewährleisten. Dabei profitiert man auch von den Einblicken in industrielle Abläufe. Auf Kongressen und Work Shops bekommt man als Doktorand die Möglichkeit, in Form von Postern und Vorträgen seine Arbeit auch internationalem Publikum vorzustellen