9. October 2012 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Neue Professoren
Lehrstuhl für Pharmazeutische Analytik und Bioanalytik, Tübingen

Prof. Michael Lämmerhofer

Prof. Michael LämmerhoferWie kamen Sie zur Pharmazie?

Gegen Ende meiner Gymnasialzeit entwickelte ich starkes naturwissenschaftliches Interesse, insbesondere für Chemie und Biologie. Ich war fasziniert davon, dass man mit Arzneistoffen in komplexe biologische Prozesse gezielt eingreifen kann. Meine Neugier geweckt haben damals auch die für mich kryptischen systematischen Arzneistoffnamen auf diversen Medikamentenpackungen.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Pharmazie studiert hätten?

Ich habe ein humanistisches Gymnasium besucht. Meine Lieblingsfächer waren Geschichte, Latein und Griechisch. Ich denke, ich hätte mich für ein Lehramtsstudium dieser Fächer entschieden.

Warum würden Sie Schulabgängern raten Pharmazie zu studieren?

Wer breites naturwissenschaftliches Interesse besitzt, ist gut in der Pharmazie aufgehoben. Gute Berufsaussichten und attraktive Arbeitszeitmodelle wären wohl andere Argumente. Dabei würde ich neben der Möglichkeit in der Apotheke zu arbeiten, auch auf die interessanten Berufsvarianten abseits der Apotheke hinweisen.

Was ist das Spannende an Ihrem Forschungsgebiet?

Zu meinen Forschungsinteressen zählt z.B. die Entwicklung von funktionalisierten mikro- und nano-partikulären sowie monolithischen Trennmaterialien für diverse analytische und präparative Anwendungen. Thematisch beschäftige ich mich mit Plasmid-DNA Analytik, Metabolomics, und dem Nachweis von oxidierten Phospholipiden, welche als Biomarker für oxidativen Stress im Zusammenhang mit zahlreichen Erkrankungen von klinischem Interesse sind.

Wann haben Sie das letzte Mal in einer Offizin gestanden und würden Sie sich heute noch zutrauen dort zu arbeiten?

Ich habe zwar Pharmazie studiert (in Graz, Österreich), aber nie in der Apotheke gearbeitet. In Österreich ist bzw. war das Pharmaziestudium als Diplomstudium organisiert. Das praktische Ausbildungsjahr in der Apotheke absolviert man erst nach Beendigung des Studiums und nur wenn man in der Apotheke arbeiten will. Ich kann mich daher auch nicht als Apotheker bezeichnen.

Seit 1.10. 2011 sind Sie Professor in Tübingen. Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer neuen Heimatstadt und was vermissen Sie?

Tübingen bietet kurze Distanzen, ein sehr grünes Umfeld und das Flair einer offenen Universitätsstadt. Manchmal vermisst man die vertraute Umgebung und kleine liebgewonnene Gewohnheiten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pharmazie?

Für die Zukunft der Pharmazie wünsche ich mir, dass der hohe Ausbildungsstandard für Apotheker erhalten bleibt und das Studium so organisiert ist, dass auch für ein Berufsbild abseits der Apotheke eine qualitativ gute Lehre betrieben werden kann. Dies impliziert auch eine ausreichend gute instrumentelle Ausstattung, ohne welche eine moderne Ausbildung nicht mehr möglich ist. Ich würde mir auch wünschen, dass jeder Pharmazeut eine Diplomarbeit schreibt, da dies aus meiner Erfahrung vielfach einen erstaunlichen fachlichen Reifungsprozess bewirkt.

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