9. October 2012 Drucken FEEDBACK Empfehlen
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Interview

DUDELSACK STATT FLAMENCO

Dr. Carola Jekle war während ihres Pharmaziestudiums für ein Semester in Santiago de Compostela. Nach ihrer Promotion in Klinischer Pharmazie arbeitet sie heute als CMC-Manager in einem biopharmazeutischen Unternehmen in Mainz.

Wo warst Du denn im Ausland und was hast Du da gemacht?

Ich habe ein Auslandssemester in Santiago de Compostela, Spanien gemacht. Dort arbeitete ich als eine Art wissenschaftliche Hilfskraft im Bereich Pharmazeutische Technologie im Labor mit. Die Doktorandin, die mich betreute, beschäftigte sich mit der Herstellung und Charakterisierung von Nanopartikeln. Für sie bearbeitete ich selbständig kleinere Teilprojekte zu diesem Thema. Die Ergebnisse der durchgeführten Versuche musste ich am Ende des Semesters in einer Projektarbeit zusammenfassen.
Für die „Version Labor“ hatte ich mich als Alternative zum „regulären“ Besuch von Vorlesungen entschieden, da ggf. abgelegte Prüfungen nicht anerkannt worden wären und ich vor allem das praktische bzw. wissenschaftliche Arbeiten spannender fand.
Zu Beginn des Semesters beschränkten sich meine Spanischkenntnisse auf einen Feriensprachkurs. Für die Arbeit im Labor war dies aber weniger problematisch, da vieles einfach praktisch gezeigt wurde und notfalls auch auf Englisch kommuniziert werden konnte. Wer Vorlesungen besuchte, musste sich dagegen mit der galizischen Sprache auseinandersetzen.

Weshalb bist Du ins Ausland gegangen? Und weshalb genau dorthin, wo Du warst?

Ins Ausland zu gehen war eigentlich seit dem Schulabschluss ein Wunsch von mir, ebenso, dass es Spanien sein sollte. Santiago de Compostela habe ich zunächst einfach deshalb ausgewählt, weil eine Partnerschaft zwischen der Universität dort und meiner Heimatuni München bestand, was die Organisation des Auslandsaufenthaltes, insbesondere die Kontaktaufnahme, etwas vereinfacht hat. Im Nachhinein hat es mir dort sehr gut gefallen, auch wenn sich der Norden Spaniens deutlich vom Rest des Landes unterscheidet: mit Regen muss dort jederzeit gerechnet werden und statt Flamenco- hört man dort eher Dudelsackklänge!

Warst Du mit einer Organisation/mit einem Programm – wenn ja mit welchem – weg oder hast Du Dir alles selbst organisiert?

Ich habe am Erasmus-Programm teilgenommen. Dennoch mussten die meisten Dinge selbst organisiert werden. Mit dem Programm war eine kleine finanzielle Unterstützung verbunden, die allerdings bei weitem nicht für die Finanzierung ausreichte, sowie ein Sprachkurs, den man während des ganzen Semesters zwei Mal wöchentlich besuchen konnte. Der Sprachkurs war für mich sehr hilfreich, da sich meine Sprachkenntnisse anfangs sehr in Grenzen hielten, außerdem kam man über den Sprachkurs auch gut in Kontakt mit Austauschstudenten aus anderen Fachbereichen.

Welchen Tipp kannst Du anderen „Auslandswilligen“ geben?

Früh genug mit der Planung anfangen und sich nicht entmutigen lassen, wenn die Organisation des Ganzen erst einmal sehr kompliziert und unübersichtlich erscheint.

Inwiefern profitierst Du noch von den Erfahrungen aus dem Ausland?

Die ersten Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten, die ich während des Auslandssemesters erwerben konnte, waren für meine Promotion hilfreich. Immer wieder nützlich – privat und vielleicht auch irgendwann beruflich – sind meine zwar mittlerweile auffrischungsbedürftigen, aber immer noch vorhandenen Spanischkenntnisse.
Insgesamt war das Auslandssemester eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte: es war interessant, das Pharmaziestudium einmal ganz anders zu erleben, und der Auslandsaufenthalt war auch persönlich eine Bereicherung.

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