15. September 2011 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Neue Professoren
Lehrstuhl Pharmazeutische Chemie, Tübingen

Prof. Dr. Frank M. Böckler

Wie kamen Sie zur Pharmazie?
Über einen promovierten Offizin-Apotheker in meiner Heimatstadt. Dieser vermittelte soviel Freude an seinem Beruf, dass ich bereits in der 6. Klasse entschied Pharmazie zu studieren. In der Kollegstufe wußte ich dann, dass ich unbedingt in der Forschung arbeiten wollte.

Warum würden Sie Schulabgängern raten Pharmazie zu studieren?
Beste Berufschancen, vielfältige und interessante Tätigkeitsfelder, eine gute Mischung an Studieninhalten (Naturwissenschaften/Medizin) und eine sinnvolle Balance zwischen Theorie und Praxis, gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie ein Berufsfeld mit wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten.

Was ist das Spannende an Ihrem Forschungsgebiet?
Methodisch ist es unglaublich spannend Theorie und Experiment selbst miteinander zu verbinden. Anhand von Modellen lassen sich Hypothesen klarer formulieren, die dann experimentell bestätigt oder widerlegt werden und zu besseren Modellen und neuen Hypothesen führen. Methodenkompetenz und Verständnis für beide Bereiche sind enorm wichtig und haben viele Vorteile: Die Vorhersage eines Modells wird viel gründlicher hinterfragt, wenn ich weiß, wieviel Arbeit es macht sie experimentell zu überprüfen. Umgekehrt ist es sehr nützlich zu wissen, wie die Messdaten zustande kommen, auf denen die Modelle beruhen.

Inhaltlich habe ich großes Interesse an neuen therapeutischen Konzepten in der Onkologie. Es ist nicht nur wissenschaftlich spannend, sondern auch menschlich ein gutes Gefühl, an einem Thema zu arbeiten, das vielleicht irgendwann in der Zukunft schwerstkranken Patienten neue Hoffnung gibt.

Wann haben Sie das letztes Mal in einer Offizin gestanden und würden Sie sich heute noch zutrauen dort zu arbeiten?
Im Jahr 2000 in der Jordan Apotheke in Erlangen. Es war ein fantastisches Team und eine sehr gute Zeit. Ich habe zwar Respekt vor den bürokratischen Hindernissen, die die letzten 10 Jahre für die Arbeit in der Offizin gebracht haben, würde mir aber selbstverständlich zutrauen, wieder in der Apotheke zu arbeiten. Es ist ein sehr schöner Beruf!

Welches Buch lesen Sie zurzeit?
Das letzten Bücher über die ich viel gelacht habe, stammen aus der Feder des skurrilen englischen Autors Terry Pratchett: „Nation“ und „Making Money“.

Sie sind jetzt seit 1 Jahr Professor in Tübingen. Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer neuen Heimatstadt und was vermissen Sie?
Tübingen ist eine schöne, moderne und weltoffene Stadt – selbst als Autofahrer ist man hier geduldet! Man kann hier sehr gut leben und alles was es nicht direkt in Tübingen gibt, findet man in der näheren Umgebung (Reutlingen oder Böblingen).

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pharmazie?
Eine noch stärkere Betonung der „Natur- und Lebenswissenschaft Pharmazie“. Noch mehr Studenten, die Interesse und Freude an der Forschung haben. Ein stabiles „politisches Umfeld“, in dem sich die Offizin mit Vertrauen und Planungssicherheit gut weiterentwickeln kann. Weniger Bürokratie auf allen Ebenen.

(zie)

 

 

 

 

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