28. November 2011 Drucken FEEDBACK Empfehlen
Aktuelles
Apothekenbetriebsordnung

Berliner Professoren gegen „Pharmazie light“

Die Berliner Pharmazieprofessoren haben sich in einer Stellungnahme zum Entwurf der neuen Apothekenbetriebsordnung klar gegen eine “Zwei-Klassen-Pharmazie” ausgesprochen. Scharf kritisieren die Professoren in ihrer Stellungnahme die geplante Möglichkeit, Filialapotheken ohne Labor und ohne Rezepturarbeitsplatz zu betreiben. „Die Prüfung von Arzneimitteln ist eine Kernaufgabe für jede Apothekerin und jeden Apotheker. Deshalb gehört ein entsprechend ausgestattetes Labor zum Selbstverständnis unseres Berufs.“ Gleiches gelte für die Herstellung, also die Rezeptur.

Gefordert wird auch, von der geplanten Streichung der wissenschaftlichen Hilfsmittel Abstand zu nehmen. Bisher ist in der ApBetrO festgelegt, dass in jeder Apotheke das Arzneibuch, der DAC und ein Synonym-Verzeichnis vorhanden sein muss. Außerdem müssen einige Gesetzestexte sowie Bücher, Nachschlagewerke und anderes Informationsmaterial zur Beratung von Kunden und Ärzten über Arzneimittel, ihre Eigenschaften und Anwendung vorhanden sein (siehe § 5 der ApBetrO). Diese Liste der sogenannten “Pflichtliteratur” soll gestrichen werden. Dies sei für die Hochschulpharmazie nicht akzeptabel, da diese Pläne die „Anstrengungen zur Qualitätssicherung untergraben“, so die Berliner Profs.

Die Professoren sehen die Gefahr, dass sich eine Abwertung der originär pharmazeutischen Tätigkeiten Herstellung und Prüfung auch auf die universitäre Ausbildung auswirken könnte. „Warum soll ein Gegensatz zwischen Hochschulausbildung und Apothekenpraxis aufgebaut werden? Ist dies nur ein erster Schritt für ein Pharmaziestudium light?” (wes)

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