Alter muss kein Nachteil sein
11. October 2011 Drucken FEEDBACK Empfehlen
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Der neue Jander/Blasius

Alter muss kein Nachteil sein

BEIDE CHEMIE-STANDARDLEHRBÜCHER „JANDER/BLASIUS“ ERSCHEINEN ZUM SEMES­TERBEGINN MIT VÖLLIG NEUEM KONZEPT

Generationen von Pharmaziestudenten haben die Chemie-Praktika der ersten Semester schon mit diesen Büchern be­stritten: Seit 60 Jahren sind der „Rote Jander/Blasius“ und der „Blaue Jander/Blasius“ allen Studenten, die sich theo­retisch und praktisch mit der Anorgani­schen und der Analytischen Chemie aus­einandersetzen, unverzichtbare Begleiter. Dieses Jubiläum hat der traditionsreiche Stuttgarter Hirzel-Verlag, in dem die Bü­cher seit der Erstauflage erscheinen, zum Anlass genommen, beide Bände einem radikalen Facelift zu unterziehen und sie konzeptionell und gestalterisch fit für die Zukunft zu machen.

KLASSIKER IN NEUEM GEWAND

Dr. Tim Kersebohm, selbst Pharmazeuti­scher Chemiker sowie Programmplaner und Projektverantwortlicher im Verlags­lektorat, beschreibt das neue Konzept so: „Wir haben festgestellt, dass die klassi­sche Trennung der Bücher gemäß „Di­plom-Chemie“ [Roter Jander/Blasius] unBeispielseite Jander/Blasius Anorganische Chemie Id „Lehramt/Nebenfach“ [Blauer Jander/Blasius] nicht mehr zeitgemäß ist. Daher haben wir alle Inhalte quasi in einen Topf geworfen, einmal umgerührt, sortiert und verschlankt, und nach einer kom­pletten Aktualisierung zwei völlig neue Bücher daraus gemacht, die nun thema­tisch klar getrennt sind: Der rote Band I mit einer Einführung in die Allgemeine und Anorganische Chemie sowie allem, was man für das Praktikum Qualitative Analyse im ersten Semester braucht, und der blaue Band II, in dem die Quantitative Analyse im zweiten Semester sowie an­organische Präparate behandelt werden. Bei dieser Gelegenheit haben wir die Bücher auch gestalterisch aufgepeppt: Durchgängig vierfarbig, in modernem, fri­schen Layout, mit komplett neu gezeich­neten und übersichtlichen Abbildungen.“

Durch die neue Strukturierung fällt es dem Leser noch leichter als bisher, die Inhalte zu finden, die er im Prakti­kum und zum Lernen braucht. Das neue Layout macht Spaß beim Lesen und führt den Studenten „an der Hand“ durch die Bücher.

 

THEORIE UND PRAXIS IN EINEM

Beispielseite Janer/Blasius Anorganische Chemie IIGleichzeitig wurde aber das bewähr­te Konzept beibehalten: Die einzigarti­ge Kombination aus Theorie und Praxis. Dieser Doppelnutzen macht wohl das Er­folgsgeheimnis der Bücher aus, die sonst wohl kaum für so viele Jahrzehnte eine derartige Verbreitung erfahren hätten.

Im Theorieteil des „Roten Jan­der“ lernt der Leser alles über die che­mischen Grundgesetze und den Aufbau der Materie, die chemische Bindung und das Periodensystem der Elemen­te. Weiter geht es mit Ionenlehre, Che­mischem Gleichgewicht und Massen­wirkungsgesetz, und schließlich erfährt man einiges zu Säuren und Basen, Lös­lichkeitsprodukt und Löslichkeit, Oxi­dation/Reduktion und Elektrochemie. Im Praktischen Teil wird in Form von Steckbriefen über das jeweilige Element bzw. Ion informiert. Hier findet der Le­ser auch alle Einzelnachweise der Me­talle, Nichtmetalle und ihrer Verbin­dungen sowie der wichtigsten Anionen. In Form des klassischen Trennungsgangs der Kationen erläutert der Autor anschlie­ßend – nach einer Einführung in Geräte und Arbeitstechniken – die Systematik der Qualitativen Analyse (Was ist drin?).

Im Band 2, dem „Blauen Jander“, werden alle wichtigen Methoden der Quantitativen Analyse (wie viel ist drin?) erklärt: Trennmethoden sowie gravimetrische, titrimetrische, elek­troanalytische und optische Verfahren. Im Teil „Präparative Chemie“ geht es um Synthesevorschriften für Gase, Me­talle, Oxide, Salze, Säuren, Basen und viele weitere Stoffe. Kapitel zu Sicherheit und Entsorgung runden beide Bücher ab.

GRATIS-FALTPOSTER IN JEDEM BUCH

Der Autor Dr. Eberhard Schweda, der die traditionsreichen Lehrbücher seit dem Tod der Namensgeber betreut, ist Pro­fessor für Anorganische Chemie an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Tübingen. Er ist stolz auf sein Erbe: „Wir freuen uns, dass der ‚Jan­der/Blasius’ über viele Jahrzehnte Zehn­tausenden von Studenten ein so wichti­ger Begleiter war. Dennoch haben wir uns für die 16. bzw. 17. Auflage entschlossen, einmal ein paar Schritte zurückzugehen und das Bewährte und Erfolgreiche kri­tisch auf den Prüfstand zu stellen. Her­ausgekommen ist ein ‚neuer Klassiker’, der anhand detailliert beschriebener Re­aktionen zum Nachkochen einlädt und so die Grundlagen der Anorganischen Che­mie sehr praxisnah vermittelt.“

Ein tolles Extra hat sich der Verlag ein­fallen lassen: Der praktische „Taschenfal­ter“ liegt jedem Buch gratis bei. Das hand­liche Poster für die Kitteltasche enthält ein Übersichtsschema des lehrreichen aber gefürchteten „Trennungsgangs“, ein Peri­odensystem mit wichtigen Daten zu allen chemischen Elementen und eine Formels­ammlung zum Nachschlagen und Lernen. Das innovative Faltkonzept ermöglicht es, das Poster mit einem einzigen Handgriff auseinander- und wieder zusammen­zufalten. Damit man endlich auch in der Badewanne lernen kann…

ATTRAKTIVER JUBILÄUMSPREIS

Der Hirzel-Verlag bietet beide Bände im Paket zu einem besonders attraktiven Ein­führungspreis von 56,– € an, der bis zum 31.12.2011 gilt.

Ganz einfach bestellen unter:

www.deutscher-apotheker-verlag.de
service@deutscher-apotheker-verlag.de
Tel: 0711/25 82-341
oder auf
www.buchoffizin.de

DIE GESCHICHTE ZWEIER STANDARDWERKE

Die Erstauflagen der Lehrbücher wurden von Prof. Dr. Gerhart Jander und Dr. Hil­degard Wendt herausgegeben.Die „Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum“ (1949) war von den Autoren vor allem für die praktische Ausbildung der Studenten des Jander/Blasius CoverLehramts mit Chemie als Haupt- oder Nebenfach sowie für Studenten naturwissenschaft­licher Fächer konzipiert. Sie umfasste von Anfang an neben einigen theoreti­schen Grundlagen die Qualitative und die Quantitative Analyse sowie Vorschriften für das präparative Arbeiten und entwic­kelte sich sehr schnell zu einem Stan­dardwerk für die praktische Ausbildung, das in der Folge auch an den Fachhoch­schulen benutzt wurde.

1951 ergänzten die Autoren die blaue „Einführung“ durch ein rotes „Lehrbuch der analytischen und präparativen an­organischen Chemie“, das sich an Stu­denten des Diplomstudiengangs Chemie wandte und dementsprechend einen umfangreicheren Teil über die theoreti­schen Grundlagen enthielt. Aufgrund seines Todes im Dezember 1961 konnte Professor Jander die 6./7. Auflage der „Einführung“ nicht mehr fertig stel­len. Sie wurde von Prof. Dr. Ewald Blasius und seinen Mitarbeitern übernommen und erschien 1965. Dr. Wendt war zu die­sem Zeitpunkt bereits wegen anderwei­tiger Verpflichtungen aus dem Autoren­team ausgeschieden. Professor Blasius hat die „Einführung“ in den folgenden Jahren mehrfach überarbeitet und er­gänzt. So wurden beispielsweise elektro­analytische Methoden und die quantita­tive Analyse technischer Produkte sowie die neu entwickelte Titration und die Gaschromatographie aufgenommen.

In dieser Zeit änderte sich die Wahr­nehmung der Chemie gewaltig, und auch in den Praktika richtete sich der Fokus darauf, giftige und umweltbelastende Stoffe zu vermeiden. Dieser Sichtweise wurde auch bei den Neuauflagen Rech­nung getragen und entsprechende Ver­bindungen durch Gefahrensymbole ge­kennzeichnet.

Während der deutschen Teilung wur­de der „Jander/Blasius“ auch am Ort des Stammhauses des unter staatlicher Ver­waltung stehenden Hirzel-Verlags Leipzig gedruckt und gelangte über vielfältige Ka­näle, meistens über Buchhandlungen in der Tschechoslowakei, als Schmuggelware in den Westen. Nach der deutschen Wie­dervereinigung wurden der Leipziger und der Stuttgarter Verlag wieder zusammen- geführt, und so ist die 13. Auflage des „Lehrbuchs“ die letzte mit einem unter­schiedlichen Ost-West-Erscheinungsbild.

Mitten in der Neubearbeitung eben dieser Auflage starb im August 1987 über­raschend Professor Blasius. Die Autoren­schaft beider Bände wurde von Prof. Dr. Dr. Joachim Strähle und Prof. Dr. Eberhard Schweda vom Anorganisch-chemischen Institut der Universität Tübingen über­nommen.

Beide Bände wurden im Laufe ihrer 60-jährigen Geschichte stetig aktualisiert, ergänzt und erweitert. Die Wissenschaft Chemie hat in diesen Jahrzehnten bahn­brechende Fortschritte gemacht, welche natürlich stetig mit eingeflossen sind.

Nach mehr als 20 Jahren unter der Leitung von Professor Strähle, der 2008 verstarb, gelten die „Jander/Blasius“-Bücher mit ihren stets aktualisierten chemischen Reaktionen und Lehrinhalten heute als Standardwerke der chemischen Ausbildung. (zie)

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